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Jüdische Turnzeitung · 1907-01-01 · 1 (1.1907) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
1 (1.1907)
Date
1907-01-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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No. 1 9 echt jüdische Volksmusik boten tiefe Kunstfreuden und rührten die innersten Empfindungen der jüdischen Seele auf. Unsere Lehrlinge stellten brav ihre Pyramiden, und Mädchen unserer HI. Frauen-Abteilung führten tanzartige Freiübungen aus. Die lebenden Bilder aus dem jüdischen Familienleben waren schlicht und echt. Der Eindruck dieses Festes wird bleiben. Am 22. Dezember hatte unsere Mädchenabteilung ihr Stiftungsfest. Es war reizend; ausser der vergnügten Kaffeetafel gab es einen allerliebsten Frühlingsreigen, ein Theaterstück, eine Scherzpolonaise. Der Anblick der vielen kleinen Turnerinnen war direkt herzerfrischend. Ihren 6. Geburtstag in Gestalt eines Stiftungskommerses feierte am 29. Dezember die L e h r 1 i n g s a b t e i 1 u n g. Die Rede hielt der Vereinsvorsitzende über das Thema: „Lasst der Ahnen Mut in euch erglühn, lernet für das Recht die Waffen ziehn!" Dass wir trotz all dieser Festivitäten (es ist ja Saison!) kein Vergnügungsverein sind, sondern vor allem arbeiten, beweist die Fortführung der vielfältigen Unternehmungen, die unsere Organisation innerlich kräftigen und nach aussen verbreitern sollen. Der Vorturnerkursus nimmt seinen regulären Fortgang und wird wohl im Laufe des Februar seinen Abschluss finden. Die Verbreitung eines Jargon-Flugblattes hat unserer II. Männerabteilung eine bedeutende Anzahl neuer Mitglieder zugeführt. Ein grosses allgemeines Flugblatt zu massenhafter Verbreitung ist soeben ausgearbeitet und soll im Anschluss an das nächste grosse Schauturnen versendet werden. Für dieses sind die Übungen bereits ausgearbeitet und werden auf den Turnböden flelssig einstudiert. Für die Bibliothek ist eine Benutzungsordnung herausgegeben worden; Bücher sind am Sonntag von 11—12 Uhr, sowie bei allen ofHziellen Veranstaltungen im Vereinslokale Wittner, Münzstr. .81, zu entleihen. Der Arbeitsausschuss ist wie immer rührig am Werke. Nach den Prachtvoll gelungenen Festen, dem Stiftungsfest und der Makkabäerfeier, setzen nunmehr wieder allsonntäglich die ernsten Vorträge ein. Es sprechen am: Sonntag, den 13. Januar, Herr Rabbiner Dr. E m i 1 L e v y über Feminismus und Judentum. Sonntag, den 27. Januar, Herr Assessor Dr. Dobrzynski über Die Rechtsverhältnisse der jüdischen Religionsgesellschaft in Preussen. Sonntag, den 3. Februar, Herr Dr. jur. Bernhard Kahn Uber Die Jüdischen Farmer in den Vereinigten Staaten. Sonntag, den 10. Februar, Herr Theobald Scholem Uber Die Juden in der Weltgeschichte. Sonntag, den 17. Februar, Herr Rechtsanwatt S. C o h n Uber Kriminal!- tat der Juden. Sonntag, den 24. Februar, Herr Dr. TheodorZlocIsti über Mendelsohn — Lavater — Streit.

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