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Jüdische Turnzeitung · 1906-11-01 · 11 (11.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
11 (11.1906)
Date
1906-11-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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196 No. 11 des Alten — aufgenommen und in den entsprechenden Instituten angewandt wird. Also vor allem unter ärztlicher Aufsicht und Anleitung! Nur auf diese Weise können die Schädlichkeiten vermieden, können die nach ihrem Alter, ihrer Konstitution, ihrem Leiden für dieses Verfahren Ungeeigneten zurückgehalten und vor den geschilderten Gefahren bewahrt werden. Oder es kann im gegebenen Falle die Methode modifiziert und dem Zustande angepasst werden. Ich bitte Sie, dieser Zuschrift Aufnahme in die „Deutsche Medizinische Wochenschrift" zu gewähren und hoffe, dass der Warnungsruf von dort in das Publikum dringt." Bücherschau. Wir empfehlen unsern Lesern von unserer Einrichtung ,3flcherverlag" den weitgehendsten Gebrauch zu machen. Durch erstklassige Verbindungen bieten wir die Gewähr vorteilhaftester und promptester Erledigung aller uns übertragenen Aufträge auf Bücher jeglicher Art. Auch weisen w"* noch besonders auf unser der Zeitung beigefügtes Verzeichnis empfehlenswerter Turnliteratur hin. Die Geschäftsstelle der „Jüdischen Turnzeitung". * * Peter Altenberg: Prodromos. (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Geh. Mk. 3.W, geb.. Mk. 4.50. Alle Religionsstifter waren grosse Hygieniker. Sie wussten, es genüge nicht, Tugend zu predigen, noch sie zu befehlen; sondern es sei nötig, sie zu schaffen. Um die Seele zu erziehen, müsse man den Körper erziehen; und um den Körper zu erziehen, müsse man ihn gewöhnen. Daher die Vorschriften Uber Speisen und Fasten, über Kleidung und Bäder. Diese untrennbare Verschmelzung von Leib und Geist ist der modernen Anschauung ganz und gar vertraut Ist sie es auch der modernen Praxis? Ein moderner Dichter hat diese Frage gestellt, auf seine eigne, oft wunderliche, oft wundervolle Weise, und er hat sie mit Nein und aber Nein beantwortet. So stellt er seinen Prodromus auf, den Vorläufer, baut den Vorhof zu einem Tempel der zukünftigen Menschheit. Peter Altenberg als Hygieniker; der Dichter als Hygieniker. Aber ist er nicht eher dazu berufen als irgend ein Anderer* Wir haben gehört, dass die Seele eine Funktion des Leibes ist, und der Dichter kennt diese Funktion in ihrer Stetigkeit und in ihrer Flüchtigkeit, in ihrer Laune und in ihrem Willen. In diesem Buche eines Dichters ist viel die Rede von Gervaiskäse, von gewissen Pastillen, von einer neuen Art. den Tee zu bereiten, von Kniebeugen und warmen Bädern. Wir werde« zuweilen lächeln; aber wenn wir auch nicht mehr von diesem Buche nach Hause tragen sollten als ein erneutes Gefühl von der Heiligkeit des Schlafe*, so werden wir doch wissen, dass ein Dichter zu uns gesprochen hat. Und es wird ihm genug sein. — In uns Juden müssten Gedankengänge wie diese eine gewisse Genugtuung erwecken. Ist doch die altmosaische Weltanschauung von dieser idealen Einheit des Leibes und der Seele durchtränkt und hat in

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