Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1906-11-01 · 11 (11.1906) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
11 (11.1906)
Date
1906-11-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4921092-5965100-5965250--1730-4924576
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 11 195 Es wird zu den allervornehmsten Aufgaben der Jüdischen Turnerschaft gehören, hier helfend und fördernd einzugreifen. Und wenn die bisherigen Bemühungen unserer Organisationsleitung, eine geschulte Kraft zur systematischen Einführung und Verbreitung des Turnens auf längere Zeit nach Palästina zu entsenden, bis heute noch keine Früchte trugen, so wird das keinen genügenden Grund zum Verzicht auf ein endliches Gelingen abgeben dürfen. Und auf der anderen Seite wird die Palästina-Pioniere-Bewegung, die auch unter den Westjuden Fuss zu fassen beginnt, die Lösung dieser grossen Aufgabe erleichtern müssen. Wenn, ohne von der Turnerschaft delegiert zu sein, aus freiem Entschluss, auf eigene Verantwortung, Männer nach Palästina übersiedeln werden, die zugleich geeignete Pioniere der jüdischen Turnsache werden könnten, wird die Frage gelöst sein. An der Turnerschaft ist es, solche Persönlichkeiten ausfindig zu machen, wenn sie vorhanden, ihnen die Hand zu reichen, und soweit angängig, beim Nachweis von Erwerbsmöglichkeiten Beihilfe zu leisten. Schon jetzt können wir sagen, dass es an Befähigten und Willigen hierzu nicht fehlt. Mit ernstem Streben auf beiden Seiten werden die Pläne ihre Verwirklichung gewisslich finden. Das „Müllern". An die Redaktion der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" schrieb vor einiger Zeit der bekannte Nerzenarzt Professor Dr. H. Oppenheim den folgenden, sehr beachtenswerten Brief: „Im Laufe des verflossenen Jahres habe ich eine Reihe von Personen zu beraten Gelegenheit gehabt, deren Hauptbeschwerden ich auf den Müllersport zurückführen musste, das helsst, auf einen Abhärtungs- und Gymnastikunfug, der in Anlehnung an das System J. P. Müllers von sehr viel Menschen heute getrieben wird. Die Symptome, die ich von diesen Schädlichkeiten ableiten musste, hatten bald den Charakter der Myositis, Neuritis, Neuralgie — bald waren es ernste Affektionen des Herzens und Gefässapparates, die im unmittelbaren Anschluss an diese Muskelleistungen in die Erscheinung getreten, zum mindesten aber durch sie gesteigert waren. Ich bin nun weit davon entfernt, das System Müller generell zu verurteilen und zu beschuldigen, '"erkenne im Gegenteil, dass viele Menschen ihm eine Förderung ihrer Gesundheit, Abhärtung gegen Er- «öltungseinflüsse, Kräftigung der Muskulatur verdanken. Aber das gilt im wesentlichen nur fürjunge, °pganisch gesunde Individuen. „Gemüllert" wird nun aber von Jung und alt, von Gesunden und Kranken. Ja, die Älteren und gesundheitlich nicht Taktfesten haben sich, wie wir scheint und wie es auch be- Bpelflich ist, mit besonderer Begeisterung auf diesen Sport geworfen. Und «Pin liegt die grosse Gefahr. Es geht das nicht nur aus meiner ärztlichen Erfahrung hervor, sondern ich habe auch von manchem Kollegen gehört, dass er ähnliche Beobachtungen angestellt hat. Also ist es an der Zeit, aass hier Einhalt geboten wird, und es ist unsere Pflicht und Aufgabe, vor Vor d'esen Exzessen zu warnen. Nicht das System soll bekämpft w 6 f d e n. Im Gegenteil: es ist meines Erachtens durchaus nichts dagegen inzuwenden, dass es in das Programm der physikalischen Heilmethoden — "»cht als etwas Neues, aber doch als eine neuartige, originelle Gestaltung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.