Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 11 (11.1906)
- Date
- 1906-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11 197 dem vom Unverstand so viel belächelten Ceremonialgesetz weiteste Anwendung auf das Leben gefunden. Alfred Maul, Lehrplan für das Turnen der männlichen Schuljugend. 3. Aufl. Karlsruhe 1906. — Reigenartige Turnübungen für Mädchen. 2. Aufl. Karlsruhe 1906. C. Braunsche Hofbuchdruckerei. Maul, der als Bahnbrecher auf dem Gebiete des Schulturnens gilt, hilft mit dem ersten Werkchen einem Bedürfnis nach einem sicheren Führer im Schulturnunterricht ab, im zweiten bietet er ein Mittel zur Ausbreitung eines dem weiblichen Wesen angemessenen Turnunterrichts von grossem praktischem Werte. Der Name des Verfassers erübrigt einen empfehlenden Hinweis. B. Dr. Rudolf Gasch, Volkstümliche Wettflbungen. 240 Seiten mit 15 Abbildungen. Max Hesses Verlag, Leipzig. Die steigende Bedeutung der volkstümlichen Übungen, die bei Turnfesten immer mehr und mehr in den Vordergrund treten und bei der Erringung des Siegeskranzes von ausschlaggebender Bedeutung sind, hat ein Werk wie das vorliegende zu einem lebhaften Bedürnis gemacht. Der Begriff der volkstümlichen Übungen, ihre Begrenzung, ihr Wert wird hier von einem alterprobten Kömpen der deutschen Turnkunst behandelt, von einem Mann, der den praktischen Betrieb aller dieser Übungen aus eigener Teilnahme kennt und in ihnen selbst Gutes geleistet hat. Seit Jahren beschäftigt sichGasch mit statistischen Arbeiten über Höchstleistungen und den Wert volkstümlicher Übungen, worunter er alle messbaren Übungen versteht. In seinem Buche werden diese Übungen in 12 Hauptgruppen eingehend behandelt. Neben den Bewegungen des eigenen Körpers durch Laufen, Schwimmen, Schweben, Weit- und Hochspringen, Klettern und Schwingen erscheint die Bewegung fremder Körper durch Heben, Tragen, Ziehen, Schieben, Ringen, Fechten und Werfen. Da alle diese Hauptarten wieder in zahlreiche Arten und Abarten zerfallen, so erhält der Leser Auskunft über mehr als 300 Wettübungsformen, die natürlich von sehr verschiedenem Wert und teilweise nur der Vollständigkeit halber aufgeführt sind. Als Hauptübungen erscheinen scharf herausgearbeitet die Wettübungen der Deutschen Turnerschaft. Hier geht der Verfasser stets auf den Zusammenhang der Übung mit Volk und Natur ein, erklärt ihre Entstehung und zeltgemasse Ausgestaltung und bespricht ihren Betrieb in Verein und Schule, Ihren Wert, Gerate und Plötze, Vorteile und Fehler, nennt turnerische und sportliche Regeln, die im Wortlaute wiedergegeben sind. 45 Bilder nach Augenblicksaufnahmen bekannter Wetturner sowie 109 anschauliche Zeichnungen von der Hand des Leipziger Turn- und Zeichenlehrers Max Burger zieren das Buch. Die Listen der Höchstleistungen von Turnern und Sportsleuten bilden einen weiteren Vor- *ug des Buches, das jedem Turner, vor allem jedoch dem Turnwart, warm empfohlen sein mag. Das Werk ist geeignet, in Turnvereine, in denen Bus äusseren Gründen, z. B. Fehlen einer Turnhalle oder Mangel an Geräten, der Turnbetrieb nur schwach sich entwickelt, neues Leben zu bringen und Vereinen, die den volkstümlichen Übungen nur geringen Raum gewähren, Interesse dafür einzuflössen. Keine Turnbibliothek sollte ohne dieses Buch bleiben. B.