Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 11 (11.1906)
- Date
- 1906-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11 193 Die bei der Generalversammlung am 11. November 1906 vorgenommenen Neuwahlen des Turnrates für das Vereinsjahr 1906/07 haben folgendes Resultat ergeben: Obmann: Herr Dr. Ludwig Werner. Obmann - Stellvertreter: Herr Dr. Emil Krassny. I. Schriftführer: Herr Moritz Lemberg. II. Schriftführer: Herr Robert Reich. I. Turn wart: Herr Rudolf Pollak. II. Turnwart: Herr Arthur Felsenburg. I. Kassier: Herr Hugo Spitzer. II. Kassier: Herr Herr Leopold Wessely. Zeugwart: Herr Ing. Otto Stiassny. Ersatzmänner: die Herren Karl Plowitz, Alfred Moller und Fraulein Thilda Frankfurter als Vertreterin der Damenabteilung. Graz. Das zweite Gründungsfest des „Jüdischen Turnvereins" in Graz wurde am 14. Oktober in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums aus allen Standen in den Steinfelder-Sälen abgehalten. Ein stimmungsvoller Prolog, verfasst vom Turnbruder Leicht, gesprochen vom Turnbruder Max Schwarz, leitete den Abend ein. Besonderen Beifall fanden die turnerischen Vorführungen (Damen- Hege am Barren, Freiübungen der Männerabteilungen und Musterriege am hohen Reck), ein vielstimmiges brausendes Hedad begrüsste die jüdischen Turnerinnen und Turner, schon als sie, in ihrer schmucken blauweissen Tracht unter den Klängen der Kapelle des bosnischen Infanterie-Regiments durch den Saal marschierend, Aufstellung nahmen. Ein im Programme zwar nicht vorgesehenes Tänzchen (wer könnte den verlockenden Klängen unsrer „Bosniaken" widerstehen?), hielt die tanzfrohen Jünger und JUngerinnen Terpsichorens noch bis in die Morgenstunde beisammen. Wir können es ruhig sagen: wieder ein in allen Stücken gelungenes Pest; selbst über die Züge unseres wackeren Kassiers huschte ein Lächeln der Zufriedenheit. — Also auch dort ein Erfolg! Ivrl. Vermischtes. Der erste jadische Turnverein in Palastina. Die in Warschau erscheinende hebräische Zeitung „Hajjom" vom 8. November bringt 'olgende Korrespondenz: „Alle, die sich um die Hebung des hebräischen Geistes bemühen, müssen auch für die Entwicklung des jüdischen Körpers sorgen, gemäss der Regel: Mens sana in corpore sano. Und in der Tat begannen seit den Tagen des ersten Kongresses unsere Brüder im Westen Turnvereine zu begründen, als deren erster der „Bar Kochba" In Berlin ins Leben trat. In unserem Lande sind solche Gründungen bisher ausgeblieben; bei der gegenwärtigen Lage der Dinge, wo jeden Augenblick unser Leben in der Schwebe hängt und Jede Selbstwehr nicht nützen, sondern nur schaden «ann (?), ist an solche Vereine gewiss nicht zu denken. Aber wir sind sicher, dass, wenn die Ruhe wiederkehrt und die Lebensbedingungen mit «en politischen Verhältnissen andere werden, auch bei uns dieser Gedanke beginnen wird seine Verkörperung zu finden - sobald nur die Initiatoren sich finden werden.