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Jüdische Turnzeitung · 1906-11-01 · 11 (11.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
11 (11.1906)
Date
1906-11-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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192 No. 11 punkt, dass der Referent doch zu schwarz geschildert habe, wenn auch seine Darstellung im Einzelnen sicher richtig sei. Herr Coralnik trat lebhaft für die Mitarbeit der jüdischen Jugend an den Kämpen und Arbeiten des Judentums ein, Herr Feiwel verteidigte die akademische Jugend gegen die Angriffe des Redners, die allerdings in mancher Hinsicht nicht ohne Grund seien. Er führte aus, dass eine restlose Ausbildung als Jude in der jüdischen Diaspora Uberhaupt nicht möglich und nur auf einem nationalen Zentrum auf dem alten Heimatboden des jüdischen Volkes in Palästina möglich sei. Herr Dr. Apfel bestätigte die düsteren Schilderungen des Beferenten von dem moralischen und physischen Stande der modernen jüdischen Jugend in der Grossstadt. Er war der Ansicht, dass sich ein Heraustreten der jüdischen Jugend aus ihrer Reserve zur Zeit nicht empfehle. Als positives Ergebnis des bedeutsamen Abends ist die Errichtung von Bildungskursen in jüdischen Fächern zu betrachten, in denen von berufener Seite Vorlesungen über hebräische Sprache, Jüdische Geschichte usw. gehalten werden sollen und über die Näheres demnächst bekannt gegeben werden wird. Köln. Der Jüdische Turnverein machte am verflossenen Mittwoch zum ersten Male den Versuch einer Winterfusstour und man darf wohl sagen, dass der Versuch von Erfolg begleitet gewesen wäre, wenn nicht das Wetter im letzten Augenblicke einen nassen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Früh morgens um 7 Uhr fuhr eine Schar von 14 Turnern mit der Kleinbahn zum Königsforst und dann ging es hinaus in die frische Morgenluft nach Rösrath. Das Wetter war frisch und versprach herrlich zu werden, niemand konnte voraussehen, mit welcher Tücke es sich ändern würde. Von Rösrath ging es weiter durch Feld und Wald die Sülze entlang ins Aggertal. Unterwegs wurde manch schönes Turnspiel gespielt- Im schönen Aggertal, in Donrath, angelangt, traf uns das Verhängnis- Der Regen begann, jene Sorte, die man mit Binsfaden vergleicht, und die blos das Unangenehme hat, dass der einmal geknüpfte Faden nicht wieder zerrelsst. Zwar Hessen wir uns nicht abschrecken. Wir nahmen noch einen Berg und genossen noch die herrliche Aussicht ins Agger- und Naaftal. Dann aber wandten wir uns Im Laufschritt zur Flucht. Zurück gings nach Donrath, der Regen ging mit uns. Die Tour, die uns programnv gemäss noch hätte ins Bröltal führen sollen, musste abgebrochen werden. Aber schön war der Vormittag doch. Wien. I. Wiener Jüdischer Turnverein. Wir haben heuer unser T u r n 1 o k a 1 einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Nachdem wir in absehbarer Zeit eine eigene Turnhalle zu bauen kaum in der Lage sein dürften, waren wir gezwungen, unserem alten Helm ein würdigere* Aussehen zu verleihen. Was aus unserem Lokal Uberhaupt zu machen war, wurde erreicht. Wir können nicht genug die rühmenswerte Opfer* Willigkeit unseres Zeugwartes des Herrn Ingenieur Stlassny hervorheben, der weder Zelt noch Mühe scheute, um den Turnsaal geschmackvoll in Stand zu setzen. Der Turnbetrieb ist bei uns In vollem Gange. Die alten Turner haben sich fast vollzählig eingefunden und jede Turnstunde bringt neue Vereinsmitglieder — Früchte unseres heurigen Schauturnens.

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