Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 7 (7.1906)
- Date
- 1906-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7 117 Ii. Die Juden zeigen eine stärkere Empfänglichkeit gegenüber den meisten Krankheiten; ausgenommen sind die Krankheiten der Atmungsorgane, Darmkrankheiten; ihre geringere Beteiligung, resp. Sterblichkeit bei Epidemien (Cholera), ist bekannt und Tatsache. Käme Alkoholismus und Sypilis noch hinzu, so würde sich der Prozentsatz an den Krankheiten der Atmungsorgane heben; für die anderen Krankheiten würde wohl eine noch stärkere Empfänglichkeit konstatiert werden. Die geringe Beteiligung an den Darmkrankheiten muss in Beziehung gesetzt werden, zu der geringeren Kinderanzahl und Sterblichkeit unter den Juden, da ja bekanntlich das grösste Kontingent der an Darmkrankheiten Sterbenden die Kinder liefern. III. Mit besonderem Nachdruck muss die ausserordentlich starke Beteiligung der Juden an Neurastenie, Hysterie und den Geisteskrankheiten betont werden, trotzdem Syphilis wenig, Alkoholismus fast garnicht aetiologisch in Betracht kommt. Das Bild ergänzend kommt noch hinzu die grosse Anzahl der Idioten, Blinden, Taubstummen, Zuckerkranken und Glaukomatösen, die seltene Krankheitserscheinung der familiären amaurotischen Idiotie. IV. Die Resistenzfähigkeit des jüdischen Körpers gegenüber Schadich keilen aller Art ist in absoluten Zahlen ausgedrückt, eine schwächere als die der Christen. Relativ hingegen, d. h. in Anbetracht der an sich feststehenden, im Durchnitt schwächeren physischen Konstitution eine stärkere, indem von 2 Individuen gleich schwacher körperlicher Beschaffenheit der Jude mehr Aussicht hat, sich durchzuringen als der Christ. Einzuschränken ist dieser Satz wiederum in Bezug auf die psychischen und die damit zusammenhängenden Läsionen, indem zweifellos hier absolut und relativ die Widerstandsfähigkeit der Juden eine geringere ist. Die wunderbare Massigkeit der Juden in Speise und Trank (Alkohol!), die Reinheit des Familienlebens (Syphilis!), die weise Mässigung im Geschlechtsleben, die zum Teil durch das Religionsgesetz vorgeschrieben ist, die sorgsame Pflege der Kinder und der Kranken, nicht zuletzt die durch ein schweres kampfreiches Leben durch Jahrhunderte hindurch getroffene Auslese der relativ Stärksten, die dadurch zum Teil herbeigeführte grössere geistige Regsamkeit, die wiederum ein schnelleres Sichzurechtfinden unter schwierigen Verhältnissen bewirkte, das sind schwerwiegende Momente, die es verhinderten, dass der jüdische Körper unterlag. Der Jahrhunderte unendliche Not und Drang, das immer drückende Bewustsein von Verfolgung und drohender Vernichtung, bis zum äussersten notwendige geistige Anspannung, der so oft wiederholte plötzlich erfolgte Übergang von relativer Ruhe zu drängenden Sorgen und wilder Flucht, dieses immerwährende auf dem Sprunge sein, das In vielfacher Potenzienmg notwendige Hasten und Jagen nach Erwerb neben der Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Verlustes, das aufreibende Stadt- und Grossstadtleben, die so fehlende Ergänzung der verbrauchten Kräfte durch Zufluss nervenstarker Landbevölkerung, jahrhundertelang vernachlässigte oder unmögliche Übung und Stählung des Körpers, das sind die Faktoren, die den Juden auf der andern Seite physisch und psychisch ungeheuer geschädigt haben. Ziehen wir noch In Betracht, dass Verwandtenehen unter den Juden sehr häufig gewesen