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Jüdische Turnzeitung · 1906-07-01 · 7 (7.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
7 (7.1906)
Date
1906-07-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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115 No. 7 kommt, ist der Alkoholismus. Es ist aber eine überall anerkannte Tatsache, dass die Juden dieser Volksseuche in nur ganz verschwindendem Masse zum Opfer fallen. Demgemäss spielt der Alkoholismus in der Aetiologie der Geisteskrankheiten bei den Juden nicht entfernt die Rolle wie bei der christlichen Bevölkerung. Dies statistische Material Hesse sich noch bedeutend vergrössern, es geht aber schon daraus hervor, dass Geisteskrankheiten unter den Juden zwei- bis vier- bis fünfmal so häufig sind als unter den Christen.*) Aus der Statistik der Teildegenerierten (Blinde und Taubstumme) ergibt sich das Verhältnis der blinden Juden und Christen und der Taubstummen wie folgt: Blind (auf je 10000). Land Jahr Juden Christen Preussen ... 1880 11,0 8,3 .Bayern.....1871 13,81 8,03 Russland .... 1897? 10,01 20,02 (!)•* Taubstumm. Berlin..... 1861 1:637 1:2215 Nassau..... 1863 1:580 1:1249 Russland .... 1897? 9,31 °/m 10,38°/m Bayern.....1871 18,16«%» 9,01 "»/„,„ Blindgeborene waren bei den Juden 0,6, bei den Christen 0,3 aut 100 000 (Breslau), das Verhältnis der Taubstummgeborenen zu den Taubgewordenen bei den Christen 3,45:2,7, bei den Juden 6,5:3,21 Von den Blindgewordenen muss noch hervorgehoben werden, dass bei den Juden die degenerativen Prozesse überwiegen, bei den Christen ein grosser Teil durch äussere Augenerkrankungen, insbesondere auöh Verletzungen erblindet. *) Die von Herrn Dr. Mühsam angegebenen Zahlen Ober die Beteiligung <jer Juden an den Geisteskrankheiten entatammen dem vom Bureau der Statistik °er Juden herausgegebenen Schrift: „Die soziale Lage der Juden in Russland", ezteheto sich also nur auf die Bevölkerung Russlands; dies bitte besonders hervorgehoben werden müssen, da unerfahrene Leser sonst sicher annehmen konnten, üh ange,nnrten Zahlen bezogen aich auf Juden und Deutsche etc. (9,84: »5,04) Uberhaupt; das wäre natürlich eine vollkommene Verkehrung der Tatsachen! . *rr Dr. Mühsam hatte auch nicht die Mühe scheuen sollen, einige statistische i «en darüber aus anderen Qaellen zusammenzustellen, sei es auch nur aus Russana, dann wäre ihm wohl aufgefallen, dass bei den Kiewer Truppen auf je o 000 Soldaten 919 jadische und nur 91,5 christliche (106 muselmännische) Geistesr»nke entfielen, von deutschen und anderen Statistiken ganz zu schweigen! Dfl -In der T,t lie8en die Verhältnisse hier so, dass bei der mangelhaften Irren-??'e ln Russland Oberhaupt, bei der ganz enormen Abneigung der Ostlichen Ve k"' lhre ^eizteskranken de» Irrenanstalten zu Obergeben, wo es zum Teil als an»*! 1 Chen' tum Teil "U Seb*nde betrachtet wird, einen Angehörigen einer Irren- Ru11 B""*ertr*MI>i bei der Mangelhaftigkeit der statistischen Erhebungen in die*h*nd uberl"luPt — abgesehen .von den geschlossenen Massen der Truppen — wfevi'T Kewonnenen Zahlen absolut wertlos sind. Ei ist geradezu ungeheuerlich, KeDfl **',tie Umnachtete in den Familien beherbergt und sorgsam bebotet und in werdeot damit ja «ine event. von den Behörden geforderte Zwangsaufnahme "n* »'renansult vermieden wird. **) cf. vorige Anmerkung.

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