Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 6 (6.1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6 93 strebungen gelten eine Reihe von Propagandareisen, die zum grössten Teil von Mitgliedern des Ausschusses unternommen wurden: in Halberstadt sprach Dr. Jalowicz, in Stettin Scholem, in Aachen Julius Berger, in Gnesen Dr. Zirker, in Posen (2 Reisen) Dr. Elias Auerbach und Julius Heilbrunn. Der Agitation und Propaganda diente ferner vor allem die Jüdische TurnzeLtung, deren Verbreitung nicht unbeträchtlich gewachsen ist. Wie kräftig unser Blatt in den Hannoverschen Turnstreit eingegriffen hat, ist bekannt. Auch in der von der Kölnischen Zeitung gegen uns eingeleiteten Pressfehde hat sie unseren Freunden und Gegnern die erforderliche Aufklarung über unsere Ziele gegeben und unsere Position zu verteidigen und befestigen verstanden. Sie bot und bietet unserem Verband ein vorzügliches Mittel zur Propaganda und Agitation in weiteren Kreisen. Dass ein weiterer Kreis von Interessenten für unsere Sache neu gewonnen wurde, beweist am besten der gute Erfolg unserer Arbeit für den Verbandsfonds, zu welchem eine Reihe von bisher fernstehenden Personen Beiträge gespendet haben. Allgemeines Interesse hoffte unser Verband auf der Brüsseler Konferenz zu finden, zu der er — ein erfreuliches Zeichen für die gesteigerte Wertschätzung, die man unserer Sache und unserer Arbeit entgegenbringt — eingeladen, und auf der er durch Dr. Ludwig Werner- Wien vertreten war. Wenn auch die von uns der Konferenz unterbreitete Denkschrift über die eminent wichtige Frage, „wie schaffen wir ein starkes jüdisches Geschlecht in Russland?" bisher »och nicht die Erledigung gefunden bat, die wir erhofft hatten, so haben wir immerhin vor dem Forum der grössten jüdischen Organisationen und vor hervorragenden Personen der jodischen Bewegung unsere Bereitwilligkeit zur Mitarbeit erklären können, und wir dürfen erwarten, dass man uns auch fürderhin bei allen Fragen, die das leibliche Wohl und Wehe unserer Brüder angehen, zu l*ate ziehen wird. Dies waren die Grundgedanken des Ausschussberichts. Nach den nunmehr folgenden Berichten der einzelnen Obmänner gelangte das Referat des durch schwere Erkrankung in letzter Stunde am Erscheinen verhinderten Obmanns des Grazer Vereins, «and. med. s- Leicht, Ober „Ausarbeitung eines Arbeitsplanes" zur Verlesung. ln der sich anschliessenden Diskussion beschloss die Versammlung gemäss einem Antrag Pollak, einen Leitfaden herauszugeben, der die neugegründeten, turnerisch oft völlig unbewanderten Vereine