Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 6 (6.1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6 91 Was zunächst die Ausdehnung des Verbandes anlangt, so gehören zu ihm jetzt 15 Vereine mit 1256 Mitgliedern gegen 12 mit 1033 am 1. April 1905. Mit Zöglingen und ausserordentlichen Mitgliedern stellt sich die Gesamtzahl der dem Verbände zugehörigen Personen auf ca. 2000. Neu hinzugetreten zum Verbände sind die Vereine in Braila, Gnesen, Posen und Prag, ausgeschieden der Verein in Freiburg i. Br. infolge Auflösung und der Gnesener Verein wegen „Irrtums im Beweggründe" (sein Beitritt erfolgte, wie sich später herausstellte,, nur zu dem Zwecke, den Verband als Darlehns- und Vorschusskasse zu benutzen!) Ein wesentlich anderes Bild von dem Umfang unserer Bewegung gewinnt man jedoch bei Berücksichtigung der Tatsache, dass die zahlreichen, dem Verband formell nicht zugehörigen, jüdischen Turnvereine mit ihm, wenigstens in ihrer überwiegenden Mehrheit, tatsächlich in so nahen -Beziehungen stehen, dass auch ihre Vermehrung und Verminderung, ihr Wohl und Wehe bei der Ausdehnung unserer Bewegung in Betracht gezogen werden muss. Bei fast allen Neugründungen der dem Verband noch nicht angeschlossenen Vereine hat der Ausschuss Pathe gestanden; er hat diesen Vereinen über die ersten Sorgen hinweggeholfen und ist auch später stets zu Rate gezogen worden. Solche in das Berichtsjahr fallende Neugründungen von ausserhalb unseres Verbandes stehenden jüdischen Turnvereinen fanden statt in Antwerpen, Budapest, Pressburg (Damen und Männerturnvereine), Gwordziec, Przemyslany und Drohobycz. Besonders erfreulich ist die Gründung der drei zuletzt erwähnten galizischen Vereine, da es bisher in Galizien trotz mancher Versuche und mit Ausnahme von Lemberg nicht möglich war, Jüdische Turnvereine zu errichten. Aufgelöst sind die Vereine in München und in Königsberg, auf die wir grosse Hoffnungen gesetzt hatten. Die Angelegenheit des Königsberger Vereins ist in diesem Blatt eingehend erörtert worden, der Münchener Verein 8mg ein infolge ungenügender Anteilnahme der eingesessenen Einwohnerschaft und der unjüdischen Machenschaften der dortigen L°ge. In einer Reihe von Städten steht die Konstituierung neuer Vereine bevor, mehrfach sind aber Gründungsversuche gescheitert. Die Finanzen des Verbandes haben sich im Berichtsjahre erheblich verbessert, weniger durch die allerdings auch pünktlichere Zahlung der Verbandsbeiträge seitens der Vereine, als vielmehr durch den Eingang von Spenden für den Verbandsfonds. Am 1- April 1905 betrug der Kassabestand des Verbandes ganze