Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 6 (6.1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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90 No. 6 lieh gefördert werden könnten. Das Beklagenswerteste aber ist der Umstand, dass die mannigfachen Anregungen und Erfahrungen, um die die Teilnehmer der Tagung bereichert wurden, sich auf schriftlichem Wege salva substantia nicht gut übermitteln lassen. Denn die Hauptbedeutung unserer Sitzung lag in der Unmittelbarkeit der Eindrücke, die wir beim Austausch unserer Hoffnungen und Sorgen empfingen, und die unsere Anteilnahme an dem Ergehen der anderen wachriefen oder vertieften. Diese Eindrücke lassen sich schwer zu Papier bringen. Und wenn auch der Ausschuss, um den Schaden einigermassen zu reparieren, der durch die Abwesenheit vieler Obmänner entstanden ist, diesen einen ausführlichen Bericht zugehen lassen wird, so kann dieser Bericht nur ein Surrogat sein, das aber hoffentlich genügen wird, die Säumigen aufzurütteln und anzuspornen, in Zukunft ihre Pflichten, das Interesse ihres Vereins und der ganzen Bewegung nicht weiter zu vernachlässigen. An dieser Stelle aber kann, schon aus räumlichen Gründen, nur das Wesentlichste, können nur die Ergebnisse des Obmannschaftstages in knapper Fassung hervorgehoben werden. In erster Linie verdienen die Berichte des Auschusses und der Einzelvereine Beachtung. Sie spiegeln ein treues Bild des Lebens in unserem Verbände und den Verbandesvereinen wieder, und, im allgemeinen wenigstens, ein erfreuliches. Die Berichte der Vereine mögen, da sie z. T. bei Abfassung dieses Artikels noch nicht eingelaufen sind, in der in dem nächsten Heft erscheinenden Fortsetzung zum Abdruck gelangen. Hier sei zunächst einiges über den Berrieht des Ausschusses gesagt: Der Ausschuss hat in der seit dem Berliner Turntag verflossenen Frist von rund 13 Monaten recht fleissig gearbeitet. Er hielt in dem Berichtsjahre 23 ordentliche Sitzungen ab, zu denen noch die Beratungen einzelner Kommissionen hinzukamen. Wenn seine Erfolge nicht der aufgewandten Arbeit entsprachen, so lag dies weniger an ihm selbst, als an der Indolenz, auf die er überall stiess. Trotzdem ist es ihm gelungen, den Verband an Umfang zu vergrössern, die Finanzen zu kräftigen, die Wechselbeziehungen zwischen ihm und den Einzelvereinen inniger als bi«' her zu gestalten, das Interesse weiterer Kreise für die jüdische Turnbewegung wachzurufen und endlich seinem Ansprüche auf Mitwirkung in Angelegenheiten, die das Gesamtjudentum angehen, gegenüber den grossen jüdischen Organisationen Geltung zu verschaffen.