Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 5 (5.1906)
- Date
- 1906-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5 83 Muskeln und Gelenke wird durch eine nur kurz dauernde Massage durch Portschaffung der sich bei der Arbeit bildenden Ermüdungsstoffe beseitigt. Zur Muskelstärkung dient das Muskelklopfen und die Muskelerschütterung; durch diese Manipulationen werden die Muskeln und die in ihnen enthaltenen Blut- und Lymphgefässe zusammengedrückt und dadurch die Gewebsdurch- 'ränkung ausgiebiger und schneller gestaltet. Die Klopfungen werden mit der leicht geballten Faust elastisch und rhythmisch ausgeführt. Die Erschütterungen werden durch die in Zitterbewegung versetzte Hand des Massierenden ausgeführt, die auf die Muskelatur aufgelegt wird und den Muskel entlang wandert. Diese systematisch- und methodisch-mechanischen Reize bilden ein Lebenselement für den Muskel. Der Selbstmassage nimmt Z. jede Berechtigung, da er sie für zwecklos hält, weil die Hände nicht genügenden Spielraum haben. Mit Einschränkung möchte ich Z. widersprechen. Die z. B. mit der Müllerschen Methode verbundenen Massageübungen können von einem Geübten wohl ausgeführt werden. Die Technik der hygienischen Massage ist leicht zu erlernen. Ob die hygienische Massage sich weitere Kreise erobern wird, erscheint mir sehr fraglich. Jedenfalls hat diese Methode z. B. vor der Müllerschen den Vorzug, nicht zu schaden; in neuerer Zeit mehren sich nämlich die Publikationen über Schädigungen des Körpers nach der ..Müllerschen". Hunderte von Hausturnapparaten, die der individuellen Hygiene dienen sollen, sind bereits erfunden, hunderte werden noch auftauchen. Sie aber bieten nur einen schwachen Ersatz für das systematische Turnen, wie es in vernünftig geleiteten Vereinen gepflegt wird, wo neben dem Turnen das Spiel, volkstümliche Übungen, Wanderfahrten, Schwimmen usw. ihren gebührenden Platz einnehmen. Dr. B. Aus der Jüdischen Turnerwelt. Berlin. J. T.-V. „Bar Kochba". Monatsbericht. Wenn der Mai ins Land zieht, beherrschen die Turnspiele wieder das Vereinsleben. Sehnsüchtig wartet der echte Bar KochbBer auf den Sonntag, und wieder erfüllt frisches Leben und ungebundene Fröhlichkeit unseren Spielplatz in Reinickendorf. Der offizielle Beginn der Spielsaison wurde durch ein Wertungsturnen der Lehrlingsabteilung am 20. und der Mannerabteilung am 27. Mai Markiert. Eine tüchtige Marschleistung (42 km) vollführten unsere Männerabteilungen am 6. Mal in einer Turnfahrt von Birkenwerder nach dem Liepnitzsee und Bernau; Teilnehmerzahl 30. Derselbe Tag sah unsere Lehrlinge auf einer Wanderung Spandau—Ziegenkrug—Schwante. Teilnehmerzahl 35, Marschleistung 30 km. Am 29. April, dem Tag, an dem unsere I. Frauenabteilung ihre 5jährige Existenz feiern konnte, erfreute Fräulein Channa Sachs die Turnerinnen mit einem Referat „über das antike und moderne jüdische Weib". Von den Freiheitskämpfen unserer Ahnen erzählte uns Herr Cantor Blitz aus Dessau am 13. Mai in seinem Vortrage „Bar Kochba und seine Zeit". Das Programm unser diesjährigen pfingstturnfahrt ist nunmehr ausgearbeitet und auf den einzelnen Turnstätten