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Jüdische Turnzeitung · 1906-05-01 · 5 (5.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
5 (5.1906)
Date
1906-05-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 5 das allgemeine „Credo" nicht zu vergessen, zu welchem jede Gruppe sich bekannte. Zu der Zeit, wo die nationalen Revolutionäre dem Sinne ihrer Idee gemäss (von Aktionen rein verteidigenden Charakters abgesehen), mit Notwendigkeit zu einer aggressiven Taktik ihre Zuflucht nehmen mussten,— sind die „klassenorganisierten" Vertreter der dritten Strömung nicht einmal sofort zu Verteidigungsaktionen herausgetreten, sondern hielten es für vernünftig und notwendig „aufklärerisch" wirkend vorzuarbeiten, d. h. vor Aufnahme des Kampfes erst alle mögliche Art von Beschwichtigung, von „Ins-Gewissen-Reden" anzuwenden. * * * Gehen wir zu einer knappen Skizzierung der Geschichte der Wirksamkeit der Selbstwehr über. Gleich nach Kischinew war eine gewisse Tätigkeit von Seiten aller örtlichen, bereits bestehenden Politischen Parteien und Gruppen in dieser Richtung bemerkbar. Diese neue Tätigkeit trug aber durchaus einen rein örtlichen Charakter, war nur auf ihren jeweiligen, zufälligen Spielraum beschränkt, vereinzelt und abgeschieden. Keine allgemeine vereinigende «istitution, kein Mittelpunkt bestand. Jede Ortsgruppe der einzelnen Parteien steuerte aus ihren Mitteln zur Organisation von Selbstwehr- Zirkeln bei, soviel sie vermochte. Ausserhalb der Parteien stehende »Sympathisierende" kamen spendend oder mitwirkend zu Hilfe. Eine weitere Etappe war schon eine beginnende Zusammenfassung derdiesbezüglichen Tätigkeit innerhalb der Parteien, indem nicht mehr jede Ortsgruppe vereinzelt, sondern schon hie und da die Zentralstellen der Parteien die Parolen ausgab. Dann begannen sich grössere Parteizentren und verschiedene ausserhalb des Ans'edelungsrayons liegende Ortschaftenhelfend einzumischen. Schliesslich erfolgte ein Versuch, die Tätigkeit aller durch eine 6emeinsame Institution zu vereinigen. Die Motive, die diesem ^ginnen zwingend zugrunde lagen, waren folgende: 1. Die grossen jüdischen Städte besassen die genügende Quantität, Mittel u°d Kräfte, während die von Juden wenig bevölkerten Punkte Stanz ohne sie oder nur wenig ausgerüstet blieben. Und so war es notwendig, zum Zwecke gleichmässiger strategischer Verteilung der angebotenen Mittel alle Summen an einer Stelle zu kon- *entrieren, die aus der Mitte des Rayons wie ausserhalb seiner oder vom Auslande her zusammenliefen. 2. Einem Einheitszentrum Wa<- es bedeutend leichter, mit all den Schwierigkeiten fertig zu We»-den, die sich der Organisation der Selbstwehr-Gruppen infolge

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