Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 5 (5.1906)
- Date
- 1906-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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78 No. 5 der programmatischen Gegensätze der lokalen Parteien begegneten. Ihnen war es gegeben, eine Zusammenfassung der Arbeitskräfte über die Parteigrenze hinweg zu einem wuchtigen Block an jedem Ort zu ermöglichen. Nach wiederholten Fehlschlägen dieser Einigkeitsversuche kam endlich die Zentralinstitution zustande. Aber auch hier wieder, wie leider so oft im öffentlichen jüdischen Leben, wurde es offen^ bar, dass selbst in solchen Angelegenheiten in den brennendsten Fragen um Leben und Sterben des Ganzen eine Einigung von nur relativer Stärke erreichbar war. Ewige Parteikonflikte aus Programm- Fanatismus erzeugten eine sehr schwüle Atmosphäre, und die Verschiedenheit der Taktik störte das einige Vorgehen immer wieder aufs Neue. Fürwahr, für den Fernstehenden ist es kein Leichtes, sich die ganze Wildheit der inneren und äusseren Spannung vorzustellen, die in den Beziehungen der jüdischen Parteiungen des Ansiedelungsrayons untereinander fortdauernd herrschen. Das daraus folgende negative Verhalten einer Gruppe zu den Gefühlen und Ideen der andern der allgemeinen Volkssache gegenüber fand sein getreues Widerspiel auch in ihrem jeweilig«11 Verhältnisse zu den treibenden und spornenden Ursachen, von denen jede einzelne Partei geleitet wurde, als sie an der Samobarona teilnahm. Trotzdem aber gab es Punkte, wo es allen jüdischen Parteien gelang, sich zu einigen — oder auch, wo das nicht gelangt erhielt die Organisation der Sache einen sogestalteten Rahmen, dass die sonstigen Reibungen der Partei ihn nicht berührten- Immer mehr wurden doch gleichartige oder nahestehende Parteischattierungen vereinigt, und unter diesen war eine sachgemässe Arbeitsteilung und Nebenordnuag der Aktionen immerhin erreichbar- Der jüdischen Samobarona traten auch die linksstehenden russischen Parteien zur Seite und boten ihr hie und da eine willkommene Stütze. Aus welchen Empfindungen und Berechnungen heraus sie veranlasst wurden, zum Schutze des Judentums den Plan zu treten, das zu untersuchen ist hier nicht der Ol*- Hier sei einfach ihr Anteil an der Selbstwehrsache gebührend bezeichnet. Die grausigen, alles an Schrecken überbietenden Ereignisse noch neueren Datums haben von neuem die brennende Frage der Selbstwehr aufgerollt. Und wenn schon dem Judentum, insbesondere den tätigsten Schichten desselben, nichts dringendere Notwendig" keit ist, als einig zu sein zur Verteidigung seiner Rechte und *ar