Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 4 (4.1906)
- Date
- 1906-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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64 No. 4 vereine, T o y n b e e - H a 11 e n, bestehen, soll es Aufgabe dieser Institutionen, und wo sie fehlen, der andern jüdischen Institutionen sein, für Einführung und Pflege der Jugendspiele Sorge zu tragen." Auf Grund der Schriften des „Zentralausschusses für Volks- und Jugendspiele" (R. Voigtländers Verlag in Leipzig) könne auch ein Laie, der der Turnbewegung bisher fremd gegenüberstand, sich einer derartigen Arbeit unterziehen. Es ist überflüssig zu sagen, dass wir diese Aufforderung an die weitesten Kreise für ausserordentlich beherzigenswert halten. Sehr weise ist der Rat, Mitglieder des Lehrkörpers der in Betracht kommenden Schulen zu den Veranstaltungen heranzuziehen. Wir gehen darin noch weiter und wünschen, dass die Oberaufsicht der Spiele, wenn irgend möglich, in den Händen einer erfahrenen, für die körperliche Hebung unserer Jugend begeisterten Lehrperson liege. Nur dann wird in der Regel die wünschenswerte Ordnung und Beständigkeit des Spielbetriebs erzielt, und das notwendige Vertrauen der Eltern und der Schule gewonnen werden. Andererseits erscheint die Veranstaltung der Spiele in grösserem Umfange undenkbar ohne die tatkräftige Teilnahme der herangewachsenen Jugend. Vor allem sollten die Knaben und Mädchen, die eine höhere Ausbildung geniessen, etwa vom 15. Jahre ab und darüber, es sich zum schönsten Vergnügen wie zur Ehrenpflicht machen) sich dem Leiter oder der Leiterin der Spiele für einige Stunden in jeder Woche zur Verfügung zu stellen, um sich den jüngeren und weniger bevorzugten Kindern zu harmlosem, Leib und Seele kräftigenden Treiben zuzugesellen. Sie mögen bedenken, da** Ballspiel besser ist als Klavier- oder Kartenspiel. An zweiter Stelle bespricht Martha Baer-Issächar den mannig" fachen Segen, den gerade für die jüdische Jugend, Knaben und Mädchen, die häufigere Anlegung von Schulgärten erwarten lasse. Man muss diese Mahnung um so freudiger begrflssen, einer der unermüdlichsten Vorkämpfer der Bodenkulturbestrebungen in ihrer Verbindung mit einer Reform der bei uns hergebrachten Erziehung, wir meinen A. M. Simon, Hannover, nicht mehr unter uns weilt. Zu betonen ist, dass Schulgärten und Schülerwerk" statt Hand in Hand arbeiten müssen. Wo die Einführung des einen erreicht ist, sollte man auch gleich die der andern durch" zusetzen suchen, — wie auch A. M. Simon beide mit gleicher Hingebung gefördert hat. m8^