Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 4 (4.1906)
- Date
- 1906-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4921092-5965100-5965241--1563-4924416- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
No. 4 und hohe geistige und wirtschaftliche Differenzierung" von grösserem Einfluss auf die Häufigkeit von Geisteskrankheiten ist als „körperlicher Verfall". — Wenn ich diesen Statistiken noch einige (nicht zahlenmässig) festgelegte Angaben hinzufügen darf, so möchte ich meine persönliche Erfahrung auf dem in Rede stehenden Gebiete hinzufügen. Seit fast sechs Jahren bin ich in der Lage, mich ärztlich mit dem körperlichen Zustand von Juden zu beschäftigen. Ich habe weder eme besondere Neigung zu bestimmten Erkrankungen noch eine grössere Hinfälligkeit überhaupt bei ihnen konstatieren können, eher eine grosse Fähigkeit im Ueberwinden von Krankheiten. — Kommen wir zum Schluss auf die eingangs aufgeworfene Frage zurück, so dürfen wir mit Stolz auch vom anthropologischen Standpunkt aus sagen: „Iwri onauchi", denn kein Volk übertrifft uns an physischer Vollkommenheit, und nur wenige kommen uns m einzelnen Punkten gleich. — Dr. Hans Mühsam, Berlin. Jugendspiele und Schulgärten. Auf Grund ihrer praktisch-sozialen Tätigkeit in Galizien veröffentlicht Martha Baer-Issächar in Nr. 12 der „Welt« einen Weckruf: „Für unsere Jugend! Jugendspiele und Schulgärten als moderne nationale Erziehungsmittel". Wir wollen nicht verfehlen, dieser verdienstlichen Anregung auch in unsern Blättern ein Echo zu geben. Die Verfasserin glaubt feststellen zu können, dass in geistiger Beziehung für die Gewinnung der Jugend, namentlich im Osten, bereits tüchtiges geleistet ist. In Galizien sei der grösste Teil der Gymnasial- und Mittelschuljugend national gesinnt; das Hebräische Werde vielfach schon modern-lebendig unterrichtet; das polnische Jugendblatt „Moria" bewähre sich als ein erzieherischer Faktor ersten Ranges. Dagegen liege die physische Erziehung noch ganz im Argen, Wlederum besonders im Osten. Der grösste Teil der Knaben beucht nicht die Volksschule, an der der Turnunterricht wenigstens *uf dem Papier gepflegt wird, sondern den Cheder — diejenige ^tätte, an der der Geist einseitig gedrillt, jede körperliche Ausladung verpönt, ja verhindert wird. „Mein Vorschlag geht dahin: * allen Städten, in denen Studentenverindungen, auch F e r i a 1 v e r b i n d u n g e n, Turn-