Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 4 (4.1906)
- Date
- 1906-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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No. 4 61 Völkern. Während nämlich 27,43 % der christlich• orthodox Geborenen im Säuglingsalter starben, entfielen nur 15,08 % auf die israelitisch Geborenen. Dass unter günstigeren Verhältnissen die grössere Lebenskraft der Juden noch deutlicher zu Tage tritt, ergeben die Sterbeziffern in den Kulturländern. So betrug die Sterbeziffer in den Jahren 1893—97 unter den christlichen Preussen 21,84, unter den jüdischen gar nur 14,73 vom Tausend. Die in Bayern im Jahre 1897 von den Juden erreichte Mortalitätsziffer von 12,11 pro Mille ist von keinem Staate der Welt sonst erreicht worden. In Budapest starben 1885—93 auf je 10000 Lutheraner 788, auf ebenso viele Juden 376 Einwohner. In dem schrecklichen New Yorker Ghetto ist die Sterblichkeit der Juden geringer als die der Bewohner der Fifth Avenue. Die grosse, sich über die Jahre 1819—63 erstreckende Statistik der Sterblichkeit der Kinder im ersten Lebensjahr für Ostpreussen gibt bei je 5 jährigen Perioden das Minimum der Gesamtsterblichkeit auf 16,05 % an, diejenige der Juden auf 6,43%! Ebenso ist die Zahl der Totgeburten bei den Juden geringer als bei anderen Völkern. Für Russland gibt es eine derartige Statistik nicht. In Berlin hatten die Juden in den Jahren 1867—71 12,4 %o Totgeburten, die Protestanten 45,6 %o. Von 1827—56 hatte die christliche Bevölkerung Magdeburgs im Verhältnis zur Bevölkerungsziffer 7 mal so viel Totgeburten als die Juden. Aus den angeführten Zahlen geht hervor, dass das jüdische Volk eine grössere Lebenskraft besitzt als andere Völker. Diese äussert sich in der Zähigkeit des Bestandes und in der Erzeugung eines lebenskräftigen Nachwuchses. Die Zahl der Geburten ist — in Westeuropa in noch höherem Grade als im Osten — nur zum Teil abhängig von der natürlichen Fruchtbarkeit der Erzeuger; hier spielen sociale und ökonomische Einflüsse eine schwerwiegende Rolle (vergl. z. B. das 1—2 Kindersystem in Frankreich). Auf 1000 Einwohner Russlands entfielen im Jahre 1897 Lebendgeborene bei den (alle anderen europäischen Völker an Kindersegen weit überragenden) Christlich-Orthodoxen 53,36; Römisch-Katholischen 37,92; Protestanten 34,73; Mohammedanern 46,31; Juden 35,48. Denselben Zahlen entsprechen für die rumänischen Juden 34,08, fü>" die ungarischen 83,81, für die preussischen aber 18,40 und für die bayrischen 17,84. Diese Gegenüberstellung spricht deutlich genug für die Unzulänglichkeit der Geburtenstatistik als Beweismittel für die Lebenskraft eines Volkes; denn es wird wohl niemand