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Jüdische Turnzeitung · 1906-04-01 · 4 (4.1906) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
4 (4.1906)
Date
1906-04-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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No. 4 55 in den Herzen der alten Herren, einen überraschenden Wiederhall gefunden hat. Ein köstliches Bild war es, als die „Turnväter" stolz ihre Berliner Gäste von dannen führten, um sie ihren Hausfrauen zu übergeben und mit der pommerschen Küche vertraut zu machen. Die Stettiner hatten es sich nicht nehmen lassen, durch treffliche Bewirtung in den Familien ihr lebhaftes Interesse an unsern Bestrebungen in praktischer Weise zu betätigen. Den Abschluss des denkwürdigen Tages bildete ein stimmungsvoller Kommers, der die Fäden freundlicher Zuneigung fester knüpfte und bedeutsame Reden unserer leitenden Persönlichkeiten, insbesondere des Vorsitzenden der „Jüdischen Turnerschaft", Theobald Scholem, brachte, während nationale Lieder den fliehenden Stunden ihr Gepräge gaben. .....Vom Bahnsteig schallt uns das kräftige „Hedad" unserer Stettiner Turnbrüder als Abschiedsgruss nach, und während sich die Vereinsmaterialisten zum Dauerskat rüsten, träumt manch anderer: Brüder, löst die Reiben, Tummelt Eure Kraft, Einst um zu befreien Gilt! aus enger Haft. Ja, zu höherem Ziel Führet unser Spiel! Erich Burin. Brief aus Stettin. Nachdem auf unseren Diskussionsabenden, bei unseren Festen und Vorträgen der Worte genug gewechselt waren, sollte die Stettiner jüdische Bevölkerung am 18. März auch endlich Taten sehen. An diesem Tage vereinigte sich unser Verein mit dem Berliner »Bar-Kochba" zur Veranstaltung eines Schauturnens, des ersten, das in Stettin von jüdischen Turnern veranstaltet worden ist. Glänzend war der Eindruck der Veranstaltung, gross war der Erfolg( aber bedeutungsvoll war vor allem die Stärkung des Gefühls nationaler Zusammengehörigkeit, die wohl kaum besser, als durch gemeinsame Arbeit für unsere Idee erzielt werden kann. Denn vom ersten Augenblicke an, von der Begrüssung der Berliner Turnbrüder am Morgen, bis zum letzten „Hedad", das unsere Mitglieder den abfahrenden Berlinern in der Nacht nachriefen, waren zusammen gewesen, nicht wie Menschen, die sich zum ersten Male in ihrem Leben kennen lernten, sondern wie Brüder, die, Wenn auch räumlich getrennt, das Gefühl ihrer Zusammengehörigkeit nicht verloren haben. Und als wir in der Halle Reih' an Reih' unsere Kräfte in den Dienst der gemeinsamen Sache stellten, da mag wohl kaum noch jemand die Richtigkeit der Worte des Redners °es Abends bezweifelt haben: „Die Regeneration der Juden ist «eine Phrase mehr, die erste Sprosse auf dieser Stufenleiter ist bereits erklommen!" Ein Stettiner jüdischer Arzt, Vorsteher der Gemeinde, schrieb mir einmal, wir erstrebten die Anerkennung einer Nation, die seit

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