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Jüdische Turnzeitung · 1906-03-01 · 3 (3.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
3 (3.1906)
Date
1906-03-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 3 43 in der Selbstwehr nur ein Kampfmittel gegen die „den Sinn der Dinge verdunkelnde" Politik der Regierung gesehen hatten; aber diese Anzeichen erwiesen sich als trügerisch: allen ging der nationale Sinn der Selbstwehr auf — nur der „Bund" allein wai und blieb dogmatisch diesem Sinne fern. (Fortsetzung folgt.) Vorschlag zur Aufstellung einer Rekordliste für volkstümliches Turnen. Von Heinrich Meyer, 1. Turnwart des J. T.-V. in Köln. Es wird oft genug in den Kreisen der jüdischen Turner beklagt, dass die Jüdische Turnerschaft nicht gross genug ist, um sich die Einteilung in Gaue und Kreise gestatten zu können. Nicht etwa nur der dadurch bekundeten Schwäche unseres Verbandes wegen, sondern weil dem Turner der Jüdischen Turnerschaft dadurch ein Mittel der Anregung entgeht, das dem Angehörigen der Deutschen Turnerschaft in reichlichem Masse zu Gebote steht, das Wettturnen. Die Gaue der Deutschen Turnerschaft halten alljährlich ein Wettturnen in Gerätturnen und volkstümlichem Turnen ab; die Kreise veranstalten alle zwei Jahre ein solches, und in der Regel findet alle vier Jahre ein grosses allgemeines Wettturnen der Turnerschaft selbst statt. Jeder einsichtige Turner weiss, dass die Deutsche Turnerschaft diese Wettturnen pflegt, "icht um ihren Mitgliedern Kränze und Anerkennungen zuteilen zu können, nicht aus einem Streben nach unedlem Wettsport, sondern um ihre Mitglieder durch das Gegenüberstellen der Höchstleistungen aller Mitglieder zu immer regerem Eifer anzuspornen, ihre Fähigkeiten zu steigern. Dies alles fehlt dem Mitglied der Jüdischen Turnerschaft. Die Gelegenheit, seine Kräfte auch einmal mit den fremden Angehörigen eines entfernten Vereins zu messen, ist nicht vorhanden. Der Ansporn bleibt auf die Leistungen des eigenen Vereins beschränkt, und ist dadurch auch nicht gross. In absehbarer Zeit wird sich dieser Zustand kaum ändern, denn es wird 'mmerhin noch Zeit genug vergehen, bis es so viele jüdische Turnvereine gibt, dass sie sich in gemeinsamen Veranstaltungen wechselseitig messen können. Und auf Kosten der Turnerschaft allgemeines Wettturnen zu veranstalten, um das zu ermöglichen, dazu haben unsere Turner den Fonds der Jüdischen Turnerschaft noch viel zu wenig bedacht.

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