Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 3 (3.1906)
- Date
- 1906-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4921092-5965100-5965240--1539-4924393- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
44 Wenn wir aber auf diese Mittel, den Eifer des Einzelnen zu erwecken und so die Gesamtleistungen zu heben, nicht verzichten wollen, dann müssen wir sehen, den Gedanken des allgemeinen Wettturnens, der, wie wir oben sahen, vorläufig nicht in die Tat umgesetzt werden kann, dadurch wahr zu machen, dass wir die Ergebnisse der Turnen der einzelnen Vereine der Allgemeinheit der jüdischen Turner zugänglich machen. Dieses könnte geschehen durch Aufstellung einer Rekordliste. Es kann sich dabei meiner Ansicht nach vorläufig nur um volkstümliches Turnen handeln. Abgesehen von dem grossen Nutzen der volkstümlichen Uebungen für die Gesundheit im Allgemeinen und den jüdischen Turner im Besonderen, würde dadurch das Turnen im Freien, das leider noch viel zu wenig gepflegt wird, beliebter und allgemeiner werden, dann aber auch würde auf diese Weise die Gefahr des „Gipfelturnens" vermieden, die nun einmal beim Wettturnen an Geräten nicht zu vermeiden ist. Um meine Anregung in die Tat umzusetzen, wäre zunächst nötig, dass die Jüdische Turnzeitung resp. der Ausschuss oder die Obmannschaft eine Aufforderung an sämtliche Vereine der Jüdischen Turnerschaft erliessen, möglichst bald, vielleicht schon vom Frühjahr ab, wenn eben angängig, nachfolgende Uebungen besonders zu pflegen: Laufen über 100, 200, 1000 Meter. Springen hoch, weit, hochweit, verschiedene Dreisprünge, Stabhoch und -weit, Sturmhoch, alles mit und ohne Anlauf, Weit- und Hochsprung mit geschlossenen Beinen. Gewichtheben usw. Steinstossen mit 30 Pfd Gewicht, Kugdschocken mit 10 Pfd, Stemmen mit 50 Pfd Hantel einarmig. 75 Pfd zweiarmig, Schleuderballweitwerfen etc. Es wäre nötig, dass zugleich eine Ordnung erlassen würde, die die gleiche Ausführung und Bewegung der Uebungen regelte. Nach einem Zeitraum von etwa 8 Wochen hätte jeder Verein seine Höchstleistungen der dafür bestimmten Stelle mitzuteilen. Diese veröffentlicht dann die besten dieser Leistungen in tabellarischer Form in der Turnzeitung. Ob dabei der Name des Turners oder nur der des Vereins oder sogar beide genannt werden, ist eine Frage, die noch entschieden Verden kann. Ich wäre aus vielen Gründen für den letztgenannten Modus. Diese RekordÜste niüsste fortwährend ergänzt werden, indem sofort veröffentlicht wird, wenn ein Verein eine Leistung mitgeteilt hat, die eine andere bereits