Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 1/2 (1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1/2 23 Basis gestellte Autonomie der Gemeinde, die Freiheit der Sprache und des Schulunterrichts." Neben diesen Verbandsbeschlüssen fehlt es schon an imposanten öffentlichen Kundgebungen für das gleiche Ziel durchaus nicht. So hat in Helsingfors (Finnland) eine grosse öffentliche Volksversammlung stattgefunden, die von etwa 3000 Mitglieder aller Stande besucht wurde, in der die vollste Gleichberechtigung der Juden mit den übrigen Bürgern verlangt wurde. In Österreich ist die neuentfachte Bewegung unter den Juden ebenso ausgesprochen national, zugleich machtvoller in ihrer grossartigen Entfaltung, die sie vor allem den rührigen zionistischen Elementen des Landes verdankt. Wir dürfen hoffen, dass das heisse Ringen um die Jüdisch-nationale Autonomie und die jüdisch-nationale Kurie zum Schutze auch der j üd i sch-n a t i o n a 1 en Minderheit im Reiche, wenn auch spat, zum Siege führen wird. Auf Auf jeden Fall ist der Gewinn nationaler Energie unter den Juden selber £anz unschätzbar. Grosszügig wie immer, geben sich ähnliche Zeichen neu erwachenden Volksbewusstseins in Amerika kund. Dort hat sich unter Leitung des zionistischen Aktionskomiteemitgliedes Magnes die „J e w i s h Defense A s s i o c i a t i o n" konstituiert, deren Aufgabe es seih soll „überall ~.0rt zum Schutze und zurVerteidigung einzutreten, wo das jüdische Volk in seinen Rechten oder an Leib und J-ßben bedroht ist." Ein ungeheurer Massenumzug von etwa 50000 Personon am 15. Dezember in New York war die erste Aktion des neuen Verbandes. Freilich wenn sich die Juden so zeigen werden, wie unser jovialer H wUnd" Wllte sie zu sehen beliebt, werden wir um eine grosse °«nung armer werden. Einem Sprecher der Juden gegenüber nämlich "sserte der Graf, der Mann einer Jüdin und der Mitwisser der Juden- 'bschlachtungen: „Im Namen welcher Partei eigentlich reden Sie? Jeder "de 'st ja für sich allein eine Partei." Ein bitteres Wort, um so bitterer, ais es viel Wahres enthält. Wenigstens bemühen sich die jüdischen Sozialisten Russands durch fanatische Zerfleischung der Einzelparteien ihrem gemeinamen Todfeinde Recht zu geben. Da sind die Anhänger der „Iskra" die d au°lu«gen jüdischen Sozialdemokraten, da die jüdischen Sozialrevolutionäre, belli "B U"d" und endlicn die Poalei-Zion. Die Fehde zwischen den en letzten ist ganz besonders erbittert, und der sich selbst „national" ""endG Arbeiterbund kann sich garnlcht genug tun in giftigen Ausfällen ch i sozlalistiscnen Zionisten. Es berührt ganz merkwürdig, erst einen e, stlichen Sozialisten einspringen zu sehen, um die fanatischen Schreihälse mal zur Ruhe zu weisen. So hat es der Bund erleben müssen, dass di e^n«now, der bekannte Führer der russischen Sozialdemokratie, Poalei-Zion mit ihrem aufrichtigen Nationalismus, denerin kan'Ge6ensatz zum sozialistischen Prinzip erblicken n, gegen den zwischen national und allrussisch hin- und herschielenden Brud ener*isch ,n Schulz nimmt- — So widerwärtig dies Schauspiel des «erzwistes ist, um so widerwärtiger, als die kraftstrotzendste Judend es