Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 7 (1906)
- Issue
- 1/2 (1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 2 tag; es steht jedoch jedem Mitgliede frei, jederzeit im Vereine zu turnen, weshalb die Fortschritte recht gute sind. Die Gründung des neuen Brudervereins ist der rührigen Agitation unseres Gesinnungsgenossen des Turnlehrers H. Frankel zu verdanken, der in verschiedenen Ortschaften Galiziens Vorträge über „Physische Regeneration des Judentums" hielt. Wir bringen ihm und seiner Turnsektion ein kräftiges Hedad! Oderfurt in Mähren. Jüdischer Turnverein. Am 10. Nov. v Jfand im Vereinslokale in Oderfurt die diesjährige ordentliche Generalversammlung unseres Vereines statt. Dieselbe war zahlreich besucht, und die Neuwahl des Turnrates ergab nachstehendes Ergebnis: Obmann Siegried Willer, Obmann-Stellvertr.: Dr. Leopold Rauchmann, Kassier: Ing. Leo Pompan, I. Schriftführer: Max Ehwald. II. Schriftführer: Alfred Grünberger, 1. Turnwart: Alfred Eisenberg, II. Turnwart: Julius Presser, Fechtwart: Adolf Grünspan. Zeugwart: Heinrich Borger. Ersatzmänner: Simon Kien, Ing. Arnold Königstein, Hugo Reichenbaum. Der neue Turnrat hat beschlossen, die lebhafteste Propaganda zum Besuche der Turnstunden zu machen, um in erster Linie dem hauptsächlichsten Zweck des Vereines entsprechen zu können, und wir hoffen, dass diese Schritte von Erfolg begleitet sein werden. Schliesslich teilen wir Ihnen noch mit, dass wir am 17. Dezember v. Jin unserem Vereinslokale zum „Kaiser von Oesterreich" in Oderfurt einen Theater- und Vortragsabend, dessen Reinerträgnis zur Gänze den Opfern der russischen Judenverfolgungen gewidmet wurde, veranstalteten. Der Reinertrag von Kr. 143,— wurde der israelitischen Kultusgemeinde in M.-Ostrau zur Weiterleitung übergeben. Budapest. Jüdischer Turnverein (Zsidö Tornoegylet). Die Statuten unseres jungen Vereines wurden dem Ministerium des Inneren zur Genehmigung vorgelegt, zur Zeit ist aber noch kein Entscheid zurückgelangt. Da in Ungarn gegenwärtig ein krankhafter magyarischer Chauvinismus herrscht und uns bekunnt geworden war, duss aus dieser Ursache z. B. die Statuten der zionistischen Organisation zurückgewiesen wurden, konnten wir aus taktischen Gründen (wenigstens vorläufigi in unseren Entwurf die jüdischnationale Tendenz unmöglich aufnehmen. Wir mussten uns also mit dem Passus „zur Hebung des jüdischen Selbstbewusstseins" begnügen. Noch ein anderes Hindernis stellt sich uns in den Weg: die T u r n s a a 1 f r a g e. Bis jetzt konnten wir keinen entsprechenden Saal ausfindig machen; von der jüdischen Gemeinde, die über eine Anzahl von Sälen verfügt, wurden wir schroff abgewiesen. (!) Trotz alledem hoffen wir unsere Tätigkeit nächsten Monat aufnehmen zu können. Vorläufig bildete sich eine Fecht- und eine Schwimmgruppe- Ende dieses Monats wird ein öffentliches Wettschwimmen zionistischer Studenten veranstaltet. Die Zahl unserer angemeldeten Mitglieder beläuft sich auf 70—80. In Antwerpen hat sich ein „Jüdischer Turn- und Sportverein" gebildet. Laut § 1 seiner Satzungen ist sein Zweck „die körperliche Hebung seiner Mitglieder". Der Verein hält sich von jeder politischen wie religiösen Tätigkeit fern.