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Jüdische Turnzeitung · 1906-01-01 · 1/2 (1.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
1/2 (1.1906)
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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No. 1/2 19 Studentenschaft von Graz veranstaltet wurde. Am Trauergottesdienste für die gefallenen russischen Stammesgenossen nahm der Verein korporativ teil. Für die jüdische Selbstwehr in Russland wurden im Mitgliederkreise 27 Kronen gesammelt. Einige Turner und besonders viele Turnerinnen obliegen mit Elfer dem Eislauf. Dem Rodeln, einem Schneesport, der in den Alpenlandern sehr beliebt und verbreitet ist, redet unser Turnwart, Herr Bergossen, das Wort und ist selbst ein eifriger Rodler. Eine interessante Berechnung stellte ich vor kurzem im Freundeskreise Uber die Beteiligung der deutschen und jüdischen Bevölkerung von Graz am Vereinsturnen an. Wahrend sich von den Deutschen kaum 2 v. H. Turnvereinen befinden, bilden unsere 70 Vereinsangehörigen (Männer, Frauen, Madchen und Schüler) fast 6 pCt. der jüdischen Bevölkerung unseres Wohnortes. Das ist eine erfreuliche Tatsache, die uns mit Genugtuung auf die geleistete Arbeit zurückblicken und eine segensreiche Zukunft erwarten l8sst. Die Politik des Schönfarbens aber halte ich für zwecklos. Und so w"l ich auch das nicht verschweigen, was ein Sinken des Vereines von der Höhe des mühevoll Errungenen befürchten oder gar schon wahrnehmen '8sst. Damit wende ich mich auch an meine Vereinsbrüder. Jetzt, liebe Turngenossen, kommt die Kopfwaschung 1 Über den Turnbesuch muss jch in erster Linie klagen. Im November betrug der Besuch durchschnittlich noch 60 pCt, im Dezember nur mehr 50 pCt. und geht weiter zurück. Soll der Verein in turnerischer Hinsicht .von Erfolg zu Erfolg schreiten, so ist es unbedingt nötig, dass jeder Turner seine freiwillig übernommene Pflicht gewissenhaft erfüllt und regelmässig den Turnplatz besucht Beitragsrückstände dürfen nfcht mehr geduldet werden, wenn anders der Verein gesteigerten Ansprüchen soll genügen können. Dagegen freue ich mich, in anderer Tonart von unserer Damen- " •> t e 11 u n g sprechen, ja sie eine Musterabteilung nennen zu können. Die Turnbesuchszlffer beträgt konstant im Durchschnitt 80 v. H. Der Eifer unserer lieben Turnschwestern ist rühmenswert. Nicht so der unserer ^ö6Hngsabteilung. Die Mittelschüler beteiligen sich trotz vieler Werbeversuche nur schwach am Turnen, doch sind unter ihnen einige, welche einen kräftigen Nachwuchs des Vereins zu bilden versprechen. Das ist im grossen Ganzen der Rahmen und das Bild uuserer Vereinstätigkeit. Aber der grössere Teil unseres Arbeitsfeldes liegt noch brach vOf uns. Turner, an die Arbeit! Lt. 6ii I,eniberg. Jüdischer Turnverein. Die Zahl unserer turnenden Mit- 81 eder betragt gegenwärtig 30, von denen durchschnittlich 20 an den Übungen e'nehmen. Ausserdem zahlt der Verein 18 sogenannte Unterstützungs- Jnitglleder. Der turnerische Betrieb wird von den Herren J. Zinn und «ermann Krausz aus Bielitz geleitet. Wir bereiten uns zu einem Schaurnen v°f. an das wir alle unsere Hoffnungen knüpfen. Leider stehen bis BeV ^Udiscncn HochschUler unserem Vereine lern, obwohl sie unsere de h Un*en anerkennen- Für den Dezember war ein Tanzabend geplant, r abeT auf d,e traurigen Nachrichten aus dem Zarenreiche hin abgesagt wurde. D 0ft Gwordziec. Hier hat sich unter Leitung zweier behördlich gejjuner Turnlehrer eine jüdische Turnsektion gebildet. Diese funktioniert dem 15. Januar* ausgezeichnet. Geturnt wird jeden Montag und Donners-

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