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Jüdische Turnzeitung · 1906-01-01 · 1/2 (1.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
1/2 (1.1906)
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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4 No. 1/2 ausrüsten und vorbereiten. Ein Bureau sollte die neu entstehende Turnorganisation stützen und fördern helfen. Die Brüsseler Konferenz sollte dieses Unternehmen gutheissen und durch moralische und finanzielle Hilfe in die Wege leiten. Zu unserem Bedauern sind die diesbezüglichen Beratungen resultatlos verlaufen. Wir sind dadurch in der Überzeugung von der Richtigkeit unseres Planes nicht irre gemacht. Wir werden unsere Absichten nicht aus dem Auge verlieren, bis ein günstigerer Moment ihnen Leben gibt. Für diesmal haben wir unsere Pflicht getan, nationaljüdiscbe Gesinnung durch eine grossangelegte Tat in unserem Sinne, in1 Sinne der körperlichen Regeneration der russischen Judenheit, zu bekunden. Die Autonomiebestrebungen der Juden in Österreich. Von Mathias Acher (Wien). Österreich ist ein Nationalitätenstaat. Neun, nach anderen Zählungen zehn Volksstämme bewohnen es, darunter mehrere, die sich der Zahl, noch mehr, die sich nach Zivilisation und Kultur die Wage halten. Keines dieser Völker lässt zu, dass ein anderes allein dem Staate sein Gepräge aufdrücke. Aber nicht bloss dem Staate. Österreich zerfällt in eine Reihe von geschichtlich ge' wordenen Kronländern, die ihre eigenen Parlamente (Landtage) und ihre Regierungen haben. Nun beherbergen auch diese autonomen Territorien zum grossen Teile zwei oder gar mehr Nationen. Und hier auf engerem Gebiete wird naturgemäss der Kampf stärker und leidenschaftlicher. Die nationalen Interessen rücken eben einander auf den Leib. Aber auch hier werden noch nicht die erbittertsten Fehden ausgefochten. Denn noch näher stehen sich die Konkurrenten in jenen Landstrichen und Städten, wo sie einfach durcheinandergemischt wohnen, gegenüber. Was man bisher versuchte, um diesem Kampfe Aller gegen Alle ein Ende zu machen, scheiterte und musste scheitern, weil man den ewigen Erneuerer der nationalen Leidenschaften nicht kannte und nicht beseitigte. Man wusste nicht, dass sich die Völker nicht beruhigen können, wenn man ihre nationalen Angelegenheiten nicht ihnen selbst, sondern den zentralen Gewalten

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