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Jüdische Turnzeitung · 1906-01-01 · 1/2 (1.1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
7 (1906)
Issue
1/2 (1.1906)
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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No. 1/2 3 ausgeführt durch die Einheit der Gesamtjudenheit und ihr als solcher zum Heile dienend, im Prinzip gesiegt hatte. Der furchtbare Ernst der Zeit versprach, dass alle ihr Bestes bringen würden. Wenn trotzdem die erhoffte einige Tat ausblieb, so hat die Konferenz doch immerhin in ihren Beschlüssen — wenn auch kleine — Schritte zu ihr hingemacht. Was konnten wir, die jüdischen Turner, bringen? Für die jüdische Zukunft wirkt unsere Arbeit seit dem ersten Tag. Jeder gesunde Mensch, den wir unserem Volke geben, jeder Pulsschlag von Mut, den wir in ihn hauchen, jede Muskel und Sehne, die wir an ihm stählen, ist eine fortwirkende Kraft für die zukünftige Volkstat. Aber auch für den Augenblick wollten wir nicht leere Hände zeigen. Wir brachten ein Etwas nach Brüssel. Unsere östlichen Brüder sollten nicht Beschämung und Demütigung empfinden, wenn unsere Gabe zu ihnen hinüberdringt, sie war kein Geschenk, das nur schwächer macht, indem es das Selbstbewusstsein und die Selbsthilfe ertötet. Was wir brachten, war der bescheidene Vorschlag zu einer gemeinsamen Arbeit, bei der wir nur die Lehrenden, sie selbst die Schaffenden und Ausführenden sein sollten. Wir wollten ihnen nur den Weg 2ur Selbsthilfe zeigen. So war unsere Gabe aus unserer Eigenart erwachsen, welche Stärkung der eigenen Kraft verlangt, und nationaljüdisch im aüerhesten Sinne, indem sie gemeinsame Volksarbeit darstellt über alle Grenzen hinüber, die uns von unseren östlichen Juden trennen. Der Selbstschutz besteht in Russland; wir wollten den Vorschlag zu einer dauernden friedlichen Ausgestaltung desselben machen, die nicht nur die beste Waffe zur Erhaltung des augenblicklich bedrohten Lebens, sondern auch die Fähigkeit zu ewigem Widerstand und zu kraftvoller Fortexistenz verbürgen sollte. Wir hofften zugleich v°n unserem Plan, dass seine Verwirklichung dazu beitragen soll, die langersehnte, schmerzlichst vermisste Plattform zu schaffen, auf der sich die geniale russisch-jüdische Jugend, ablassend von der mörderischen Selbstzerfleischung, zu gemeinsamer Arbeit fiaden kann. Unser Vorschlag war: die Einführung und Ausgestaltung des jüdischen Turnwesens unter den Juden Russlands. Unentgeltliche fachmännisch geleitete Kurse sollten geeignete junge Leute für dieses bedeutsame Werk

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