Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 12 (12.1905)
- Date
- 1905-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4921092-5965098-5965236--1475-4924333- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
232 No. 12 prachtigen Turnens lebhaft bedauern, ist auch nicht einer darunter, den wir wieder in unsere Reihen zurückwünschen. Das abgelaufene Vereinsjahr hat die Vorturnerfrage ein gutes Stück ihrer Lösung nähergerückt. Der Vorturnerkurs, der unter meiner Leitung an jedem Samstag von 6-7 Uhr abends stattfand, war durchschnittlich von 7 Kandidaten besucht. Der Fleiss und die Ausdauer dieser Herren liess nichts zu wünschen übrig' Der Vorturnerkurs des heurigen Jahres hat bereits begonnen und es werden jene Kandidaten, die denselben das zweite Jahr frequentieren, am Schlüsse dieses Zeitpunktes eine Vorturnerprüfung vor einer zu diesem Zwecke gebildeten Kommission ablegen. Sobald wir approbierte Vorturner haben, werden wir an die Errichtung einer Vorturnerschaft schreiten. Ueber Anregung unseres zweiten Turnwarts Herrn Dr. Jerusalem fand am 9. April 1. J. in unserem Turnsaale ein internes Wetturnen statt. An demselben nahmen die Herren: Ornstein, Burian, Pollak, Philipp» Felsenburg, Weiss und Herz teil. Den Herren Ornstein, Pollak und Weiss wurden Diplome, den anderen Herren Anerkennungen für ihre Leistungen zuerkannt. Bei dem am 25. Marz d. J. im Ballsale Ronacher stattgehabten Kränzchen des Vereins wurde von 20 Damen ein Tanzreigen im Walzerschritt vorgeführt. Wohl war die Ausführung nicht ganz fehlerfrei und einzelne Damen waren der Anschauung, durch improvisierte Einlagen und Tänze zur Verschönerung nnd Verbesserung des Reigens beitragen zu müssen, im grossen und ganzen war der Vertauf nicht unbefriedigend. Eine Fechtabteilung bestand auch im abgelaufenen Vereinsjahre. Das Kinderturnen hatte durchschnittlich 10 Teilnehmer. Vereinsauflüge fanden unter meiner Führung 2 statt. Der erste fand am 2. Februar d. J. auf den Anninger, der zweite am 29. Juni von Perchtoldsdorf über den Predigtstuhl, Eichberg, Sulz-Stangau, Hochrotherd nach Purkersdorf statt. Die Beteiligung war eine ziemlich rege, alle Teilnehmer waren von dem Verlaufe der Ausflüge befriedigt. Die ausserordentliche Generalversammlung des Vereins erwies mir die Ehre, mich als Delegierten »um II. Turntage der Jüdischen Turnerschaft nach Berlin zu entsenden. Den allgemeinen Bericht Uber den Verlauf desselben wird Herr Dr. Werner erstatten. Als Turnwart kommt mir jedoch die Aufgabe zu, über die in turnerischer Hinsicht gemachten Erfahrungen zu sprechen. Da während der Osterfeiertage auf den einzelnen Plätzen kein Turnen stattfand, war meinen Beobachtungen kurzes Ziel gesetzt. Als einzige turnerische Vorführung wurde ein Barrenturnen — von 6 Turnern (inkl. Vorturner) beschickt — geboten. Die Uebungen wurden korrekt ausgeführt, doch boten sie nichts Neues. Die zweite turnerische Vorführung war ein Damenreigen. Vielleich bin ich hier nicht ganz unbefangen, aber er erschien mir nicht besser als die von den Damen unseres Vereines vorgeführten Reigen. Wie Sie, geehrte Anwesende, zum grossen Teile wissen, war m» auf dem Turntage das Referat über „Turnbetrieb in jüdischen Turnvereinen