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Jüdische Turnzeitung · 1905-10-01 · 10 (10.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
10 (10.1905)
Date
1905-10-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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190 No. 10 welche Sie uns aufmerksam machen, hat den Zweck und die Absicht des Artikelschreibers auch bald mit dem eines Oberschmock •würdigen Scharfsinn herausgefunden: „Die jüdische Turnbewegung ist am Werke, durch systematische Arbeit zunächst einmal der Erkenntnis, dass . eine Besserung von Nöten ist, die Wege zu bahnen. Aber das heisst ja zugeben, dass da etwas verbesserungsbedürftig ist, das erfordert Arbeit und Opfer. Also schreitet Dr. Bloch's österr. Wochenschr. ein und beweist in einem Leitartikel, dass man sogar zu einer dem landläufigen Axiom von der Minderwertigkeit entgegengesetzten Meinung gelangen müsse." Diese plumpe Verdächtigung hätten wir, wie so manche andere von ähnlichen Biedermännern herrührende, unbeachtet gelassen, wenn wir nicht hier gerade ein Schulbeispiel hätten für die löbliche Methode dieser neu entstandenen Judenretter, die vom Judentum keine grössere Kenntnis besitzen, als unsere Wiener Antisemiten, deren Manieren sie kopieren. Gegen wen richtet sich nun die böswillige Insinuation und auf wen fällt sie zurück? Hat der verstorbene Dr. Herzl. durch den Artikel seines Freundes in der „Welt" beweisen wollen, dass innerhalb des Judentums nichts verbesserungsbedürftig ist? Nein? Warum wird dieser Artikel zum Verbrechen, warum erhält er plötzlich eine neue Tendenz, sobald er in der österr. Wochenschr. erscheint? Gewiss, die Herren haben den Artikel seinerzeit in der „Welt" nicht gelesen, sie hätten sich sonst die Blamage erspart, sie lesen die österr. Wochenschr. aufmerksamer und genauer als die „Welt" und deshalb wollen wir nicht weiter mit ihnen rechten." Soviel Tatsachen behauptet sind, soviel Unrichtigkeiten! In No. 16 des Jahrgangs 1901 der „Welt" erschien unter gleichem Titel ein Artikel von Balduin Groller, aus dem der Artikel der „österr. Wochenschr." zurechtgemacht worden ist. Aber was ist aus dem Artikel der „Welt" geworden! Durch Fortlassung der Einleitung und Änderung des Schlusssatzes ist in der „österr. Wochenschr." die Tendenz des in der „Welt" erschienenen Artikels bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Wir setzen die wesentlichsten der weggelassenen Sätze hierher. Der Artikel beginnt in der „Welt" folgendermassen: „Wieder etwas, was mir den Zionismus sympathisch macht: die lebendige Beflissenheit, Propaganda zu machen für die edle

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