Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 8 (8.1905)
- Date
- 1905-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 8 159 eines heiteren Himmels und die niederdrückende Stimmung eines trüben Regentages. Bezeichnend für den Einfluss des Lichtmangels auf den Menschen ist die Gemütsdepression und Appetitsabnahme der Eskimos und Polarforscher während der Polarnacht. Ausser dieser Gefässerweiterung ruft das Licht eine Färb- Stoffablagerung in der Haut hervor, die entweder gleichmässig verteilt sein kann und eine dunklere Färbung im Gefolge hat oder in Form von Sommersprossen auftritt. Mit dieser Pigmentbildung schafft sich die Haut eine Schutzvorrichtung gegen 2U grelle Belichtung, wie wir sie in der Bräunung der dem Lichte ausgesetzten Körperteile und den Rassefarben sehen, die nach dem Aequator hin an Dunkelheit zunehmen. Wenn uns allen auch ein grosses Lichtbedürfnis gemeinsam lst> so ist doch unsere Empfindlichkeit gegen die Einwirkung des Lichts sehr verschieden, so dass auf zarter Haut durch starke Bestrahlung der Sonnenbrand, eine durch die chemischen Lichtstrahlen veranlasste Hautentzündung, hervorgerufen wird, während eine abgehärtete Haut keine Reaktion zeigt. Zu grelles direktes Sonnenlicht kann ferner Blutüberfüllung des Gehirns, Hirnhautentzündung Ul*d eine Schädigung der Augen hervorrufen, Zufälle, gegen die man sich jedoch bei einiger Vorsicht leicht schützen kann. Bei der Beurteilung der Einwirkung des Lichts auf den Körper ist die Beantwortung der Frage, ob das Licht auch in die Tiefe dringe, von Wichtigkeit, da sich in diesem Falle der Gedanke rechtfertigen lässt, dass es gelegentlich innerhalb des menschlichen Körpers befindliche Bakterien zu schädigen oder gar zu vernichten vermag. Wir wissen, dass das Licht durch die geschlossenen Augenlider, die flache Hand, die Bauchdecken dringt, so dass es infolgedessen wohl seine Wirkung in mässiger Tiefe entfalten kann. (Schluss folgt.) Aus der Jüdischen Turnerwelt. »Bar Kochba"-Berlln. Nachtturnfahrt. Trotz des weiner- •Ichen Gesichtes, das Jupiter Pluvius am Nachmittage des 5. August machte, versammelte sich zu einer Zeit, wo der brave Turner sonst schon lange sein hartes Lager aufgesucht haben soll, unter Leitung des Turnwarts Katzky eine stattliche Anzahl froher Wanderer am Alexanderplatz, um sich der Turnerei draussen in freier Cottesluft einmal länger als 1', Stunden, von Abend zu Abend, zu widmen. Wir hatten uns für den Südosten Berlins, der uns vom Vorjahre noch In angenehmer Erinnerung war. entschieden und als Start Königswusterhausen gewBhlt, von dessen friederizianischer