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Jüdische Turnzeitung · 1905-08-01 · 8 (8.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
8 (8.1905)
Date
1905-08-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 8 153 weise nur nach ihien Höchstleistungen beurteilt werden. Er zählt dann eine nicht uninteressante Reihe von Juden auf, die Champions, Rekordträger oder Inhaber von Meisterschaften sind, und glaubt damit seine abwegige Ansicht bewiesen zu haben. Freilich sieht auch der Verfasser „im allgemeinen mehr jüdische Verkümmerung und mehr jüdisches körperliches Elend als die Statistik zu erfordern ein Recht hätte." Aber er glaubt, dass durch diese Beobachtung die Meinung von der körperlichen Minderwertigkeit nicht richtiger wird. Er erörtert in längerer Ausführung die allbekannten Gründe dieser traurigen Erscheinung und kommt dann zu folgendem Schluss: Wir haben gesehen, dass nach den Höhepunkten beurteilt, die physische Leistungsfähigkeit der Juden eine gute ist. Möglich, dass eine einschlägige Statistik einen schlechten Durchschnitt nachweisen würde. Ein Beweis äegen die Rasse wäre damit nicht erbracht. Die ungeheure Mehrheit der Juden lebt in bitterster Armut, und überall ist die Armut die Quelle der körperlichen Minderwertigkeit. Darum wird man sich auch keiner besonderen Erfolge von der Propaganda für die Pflege körperlicher Uebungen zu versehen haben. Denn für die bemittelten Schichten bedarf es einer solchen Propaganda nicht mehr. Die wohlhabenden jüdischen Kreise tun auch jetzt schon nach dieser Richtung mindestens ebenso viel, wenn nicht mehr als die anderen, und die unübersehbare Masse der Armen, die kann es einfach nicht. Die haben noch ganz andere Sorgen, als sich auch noch einen gesunden Appetit anzuturnen, den sie dann nicht stillen können. Man gewahre nur den Juden Licht, Luft, Freiheit, Arbeit, Erwerb, dann erst wird es sich weisen, was von der Fabel von der körperlichen Minderwertigkeit zu halten war. Es ist klar, dass die Ausführungen an einem inneren Widerspruch kranken, indem einerseits das körperliche Elend der Juden erkannt und sogar begründet, andererseits auf Grund einiger Höcbst- Jeistungen eine körperliche Superiorität der Rasse behauptet wird. Obenein weist der Verfasser gelegentlich selbst darauf hin, dass es ein altes Unrecht ist, ein ganzes Volk zu beurteilen nach gewesen Ausnahmeerscheinungen, die immer nur auf der Oberfläche grossstädtischer Strömungen sichtbar werden. Das muss doch im Guten wie im Schlechten gelten! Der Verfasser selbst hat diesen Widerspruch gefühlt und bemerkt ganz richtig, dass er aus einer Begriffsverwirrung hervorgegangen ist. Leider hat er die Begriffe nicht entwirrt und ist daher nicht zu den richtigen Konsequenzen gelangt. Mit dem Ausdruck körperliche Minderwertigkeit kann man nämlich zwei verschiedene Begriffe bezeichnen, die sehr wohl aus-

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