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Jüdische Turnzeitung · 1905-08-01 · 8 (8.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
8 (8.1905)
Date
1905-08-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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152 No. S Arbeit. Darum liegt es jetzt an der Obmannschaft, d. h. an den Obmännern aller Verbandsvereine, zu zeigen, dass sie lebendige Kraft genug besitzen, um für die gemeinsame gute Sache auch mit Erfolg zu arbeiten. Der Arbeit gibt's wahrlich nicht wenig. Dr. Ludwig Werner, als Vorsitzender der Obmannschaft. Die körperliche Minderwertigkeit der Juden. Wir haben zwar keine Regierung aber das schönste Offiziösentum, wir haben keine Bureaukratie, aber in unserem öffentlichen Leben wird schon bestens nach dem Schema F verfahren. Blätter, die ihre zwei Jahrzehnte bestehen, finden in ihren Schubfächern gewiss auf jede Frage den überlieferten Zettel mit der Erwiderung. Für jeden Fehler, den man uns vorwirft, geben sie Antwort nach der Regel: si fecisti, nega, zu deutsch: wirft man dir ein Fehler vor, so bestreite ihn zunächst. Der Leser fühlt sich geschmeichelt, und man braucht keine Hand zur Besserung zu rühren. Ein Schlag trifft zwei Fliegen. Zu den Erscheinungen, die jeden Juden der sein Volk Hebt mit tiefem Schmerz erfüllen müssen, gehört zur Zeit der physische Zustand der überwiegenden Mehrheit des jüdischen Volkes. Die gegenwärtige körperliche Minderwertigkeit der Juden wird uns nicht nur von unsern Hassern höhnisch vorgeworfen und wenn's geht schlagend bewiesen, sondern wir selbst sehen sie täglich vor Augen, die Gelehrten und Statistiker zeigen im einzelnen, wie gewisse Krankheiten bei uns unverhältnismässig stark auftreten. Die Jüdische Turnbewegung ist am Werke, durch systematische Arbeit zunächst einmal der Erkenntnis, dass eine Besserung von Nöten ist, die Wege zu bahnen. Aber das heisst ja zugeben, dass da etwas verbesserungsbedürftig ist, das erfordert Arbeit und Opfer. Also schreitet Dr. Blochs österreichische Wochenschrift*) ein und beweist in einem Leitartikel, dass „man sogar zu einer dem landläufigen Axiom von der Minderwertigkeit entgegengesetzten Meinung gelangen" müsse. Der Artikel geht davon aus, dass die Behauptung von der Schwächlichkeit der Juden ein unbewiesenes Gerede sei: ihre körperliche Leistungsfähigkeit dürfte gerechter- ') No. 31 vom 11. August 1905 „Die körperliche Minderwertigkeit der Juden.

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