Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 7 (7.1905)
- Date
- 1905-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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138 No. 7 Menschlichkeit. Gilt da noch ein Besinnen? Ich müsste meine jüdischen Brüder aus Herzensgrunde verachten, wenn sie nicht mit Leib und Leben an der Revolution mitarbeiten würden. Sie haben ihr Blut für ein liebloses „Vaterland" zu Markte getragen und tun es noch jetzt, und sie sollten es nicht wagen für das Höchste, was Menschenherzen bewegt? Ein Volk, das selbst für seine Freiheit kämpft, darf nicht müssig sein, wenn seine Landgenossen für die Freiheit kämpfen. Freilich, noch viel jüdisches Blut wird fliessen, bis in Russland bessere Zeiten kommen. Wieviel, ist noch gar nicht abzusehen. Wir hier können kaum mehr tun, als mit klopfendem Herzen der Entwicklung drüben zuschauen. Aber doch, eins können wir tun: Wir können die Anstrengungen unserer Brüder, ihr Leben zu retten, wenigstens mit Geld unterstützen, das zum Ankauf von Waffen bestimmt ist. Dazu sind wir verpflichtet, alle, die wir unsere Nation und die Freiheit lieben. Und damit jeder genau weiss, was er zu tun hat, füge ich eine Adresse bei: Imprimerie Israölite, 81 Rue de Caronge, Geneve (Suisse) (Komitee für Selbstverteidigung der Juden). Luft und Licht in ihrer Bedeutung für die Gesundheit. Von Dr. Riebard Blum. Wir können uns die Völker des klassischen Altertums nicht ohne jenes Merkmal denken, das ihnen für alle Zeiten seinen Stempel aufgedrückt hat: das körperliche und geistige Gleichgewicht. Neben der Pflege des Geistes wurde nach des Körpers harmonischer Entwicklung gestrebt und kein Mittel wurde ausser Acht gelassen, das zu diesem schönen Ziele führte. Luft, Licht, Wassef und Bewegung waren mächtige Hilfsmittel in diesen Körperkulturbestrebungen. Schon Herodot (5. Jahrhundert v. Chr.) berichtet uns von Sonnenbädern, die die alten Griechen auf den flachen Dächern ihrer Häuser zu nehmen pflegten. Das körperliche Wohlbehagen beim Genüsse eines Sonnenbades veranlasste Diogenes zu der bekannten Bitte an Alexander den Grossen, er möge ihm aus der Sonne gehen. Bei den Römern standen die Sonnenbäder