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Jüdische Turnzeitung · 1905-07-01 · 7 (7.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
7 (7.1905)
Date
1905-07-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 7 139 in noch höherem Ansehen. In späterer Zeit liessen sie an ihre Häuser und Badeanstalten Solarien anbauen, die dem genannten Zwecke dienten. Cicero schätzt und empfiehlt sie und von Oribasius, dem Leibarzte Kaiser Julians, wissen wir, dass Sonnen- und Sandbäder in Verbindung mit Wasseranwendung zu seinem therapeutischen Schatze gehörten. In den Solarien wurde der nackte und häufig gesalbte Körper der Einwirkung von Luft und Licht ausgesetzt. Bei der allgemeinen Wertschätzung, deren sich diese beiden natürlichen Kräftigungsmittel für den menschlichen Organismus bei den Alten erfreuten, ist die Behauptung wohl gerechtfertigt, dass Luft und Licht als Imponderabilien einer ungeschwächten leiblichen und geistigen Gesundheit bei ihnen die Grundpfeiler jenes physischen und psychischen Wohlbefindens waren, das ein ewiges Merkmal jener Zeit bleiben wird. Mit dem Dahinschwinden der klassischen Leibesübungen der Griechen ging auch das Interesse f°r jene beiden Faktoren zurück, die für das Gedeihen der organischen Welt so überaus wichtige Bedingungen sind. Unserer Zeit, der Zeit der Naturbeobachtung, ist es vorbehalten geblieben, jene beiden in der finsteren Scholastik des Mittelalters versunkenen Schätze zu heben und für die Erhaltung und Erlangung der Gesundheit wieder nutzbar zu machen. Hufeland, der Licht, Luft, Wasser, Bewegung und Wärme Himmelsgaben und Schutzgeister der Menschen nennt, urteilt in seiner „Makrobiotik": „Man muss sich durchaus den Genuss einer reinen, freien Luft als eine ebenso notwendige Nahrung unseres Wesens denken wie Essen und Trinken. Reine Luft ist ebenso gewiss das grösste Erhaltungs- und Stärkungsmittel unseres Lebens, als eingeschlossene Luft das feinste und tötlichste Gift." Sehen wir uns einmal die Bestandteile der Luft an. Sauerstoff, Ozon, Stickstoff, Argon, Wasserdampf, Kohlensäure, Ammoniak, Salpetersäure, salpetrige Säure, Wasserstoff und Staub, zu denen bei unreiner Luft infolge terrestrischer Einflüsse ein Überschuss an Kohlensäure, Staub, Rauch und gasigen Ausdünstungen der Industrieen und Wohnorte hinzukommt, setzen das uns umgebende Luftmeer zusammen, derart, dass auf 100 Teile Luft 78,8 Teile Stickstoff und Argon, 20,7 Teile Sauerstoff, 0,47 Teile Wasserdampf, 0,08 Teile Kohlensäure und Spuren der übrigen Bestandteile kommen. Es ist eine irrige Annahme, dass die Güte der atmosphärischen Luft von der in ihr enthaltenen Sauerstoff-

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