Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 7 (7.1905)
- Date
- 1905-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7 137 doxer Richtung, die in gleicher Weise gegen die nationale und gegen die soziale Renaissance protestieren (unter ihnen wohl auch der Rabbiner von Trojanow). Unter den JuDgen und Neuen aber stehen sich zwei Hauptrichtungen gegenüber, die Sozialen und die Nationalen. Zwar auch die Sozialen, der „Bund", sind national, wenigstens im Programm, aber der soziale Kampf ist ihnen doch das Nächste und Selbstzweck. Zwar auch die Nationalen arbeiten m ihrer stärksten Richtung („Poale Zion") sozial, aber das Nationale ist ihnen der Zweck, das Soziale das Mittel. Andere Richtungen können wir übergehen. Aber die Not schweisst alles zusammen. Der Jüdische Arbeiterbund mag vielleicht mehr als irgend etwas anderes zur voreiligen Assimilierung der Juden durch ihren Anschluss an den Sozialismus beigetragen haben, das eine grosse Verdienst ist ihm nicht abzusprechen, dass er es war, der die Selbstverteidigung der Juden allenthalben in die Wege leitete. Es liegt in der Natur der russischen Verhältnisse, unter denen jetzt „regieren" überhaupt nur noch verhaften und erschiessen heisst, dass all das heimlich geschieht. Heimlich werden die Waffen verteilt, unter Gefahren kommt man zusammen, und die leitenden Komitees sitzen im Auslande. Aber es ist doch jetzt so weit, dass kein Sturm des Pöbels auf jüdische Wohnungen in einer grösseren Stadt Russlands mehr erfolgen kann, ohne dass in wenigen Minuten eine Schar junger Juden herbeieilt, um Leben und Eigentum ihrer Volksgenossen zu schützen. Sollte man nicht glauben, dass eine solche Selbstverteidigung von der Regierung, die doch der Wirren im Lande nicht mehr Herr werden kann, auf Freudigste begrüsst wird? Aber nein! Damals in Odessa wurden zahlreiche Juden wegen Waffentragens bestraft, in Hornel entwaffnete die Polizei die Juden, damit man sie ungestört morden könnte. Während ich dies schreibe, kommt aus Odessa, wo es seit der Meuterei in der russischen Flotte wieder wie in einem Hexenkessel brodelt, die Nachricht, dass durch die Erklärung des Kriegszustandes die Selbstverteidigung der Juden völlig unterbunden ist, so dass sie der Wut des Pöbels, der mit allen Mitteln gegen sie gehetzt wird, schutzlos preisgegeben sind. Was soll daraus werden? Die einzige Hoffnung der Juden ist die Umwälzung aller bestehenden Verhältnisse.' Auf der einen Seite steht eine rohe, lasterhafte und verbrecherische Regierung, ftuf der andern die einfachsten Forderungen der Freiheit und