Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 5/6 (5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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119 Ein Antrag Berger, den Ausschuß zu beauftragen, sich über diese Frage schlüssig zu werden, findet die Mehrheit. Der erste Antrag Pollak wird auf Scholems Anregung in einstimmiger Annahme dem Ausschuß und der Obmannschaft zur Erledigung überwiesen, desgleichen der zweite Antrag Pollak. Antrag Berger: Der Ausschuß wird ersucht, schnellstens eine Kommission einzusetzen, die die Frage der Unfallversicherung der Angehörigen der Jüdischen Turnerschaft prüft und dem Ausschuß Vorschläge zu machen hat. Es entspinnt sich eine kurze Debatte. Dr. Tuch formuliert schließlich folgenden Antrag: Der Turntag beschließe, die Versicherung insoweit dem Ausschuß zu überweisen, daß dieser eine Kommission wählt, die die Sache bearbeitet und ihm zur definitiven Beschlußfassung vorzulegen hat. (Einstimmig1 angenommen.) Herrmann weist auf die Notwendigkeit hin, die Juden des Ostens zum Turnen heranzuziehen, und bringt folgende, ihm von Herrn Isidor W o 1 f f - Berlin übermittelte Anregung als A n t r a g ein: „Der Turntag ersucht den Ausschuß, sich mit Professor Mandelstamm ■n Verbindung zu setzen, zwecks gemeinsamen Vorgehens in der Frage der Hebung der Juden Rußlands in körperlicher Beziehung, und zwar auf Grund des Materials, das dem Ausschuß zur Prüfung vorgelegt werden soll." Dr. Tuch glaubt, daß es dem Ausschuß überlassen werden kann, sich über diese Frage das nötige Material von Herrn Wblff vorlegen zu lassen und, wenn ersterer es für richtig erachtet, sich mit den betreffenden Herren in Rußland in Verbindung z« setzen. Dr. Tuchs Antrag wird einstimmig angenommen. Di. Tuch regt an, sämtliche Referate und Resolutionen in der nächsten Turnzeitung abzudrucken und diese so zu vervielfältigen, daß Sje fur F0ige a|s Propagandamittel Verwendung finden Könne, das Referat von Dr. Werner in Form einer Broschüre neu zu gründenden Vereinen zu übergeben und für neue Verbandsvereine ein Musterstatut auszuarbeiten. Dem Ausschuß bezw. der Obmannschaft wird die Erledigung dieser Wünsche überwiesen. Zum letzten Punkt der Tagesordnung übermittelt Dr. Werner d'e Einladung seines Vereins, den dritten Jüdischen Turntag '« Wien abzuhalten. — Die Versammlung stimmt diesem Antrage treudig und einmütig zu. Hierauf ergreift der neugewählte Vorsitzende der Jüdischen 'urnerschaft, Theobald S c ho 1 e m , das Wort zu folgender Ansprache: Zum Schlüsse wollen wir des Mannes gedenken, der mit dem heutigen Tage aufgehört hat, unser Vorsitzender zu sein. Unser verehrter Herr Dr. Tuch hat es wie kein anderer verstanden, die Stellung, sowie die Rechte und Pflichten der Jüdischen Turnerschaft