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Jüdische Turnzeitung · 1905-05-01 · 5/6 (5.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
5/6 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 54)
Language
German
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120 No. 5/6 zu wahren, so daß wir ihm nicht nur zu größtem Dank verpflichtet sind für seine Leistungen, sondern daß wir auch sein Tun als vorbildlich hinstellen müssen, und daß jeder ihm als Beispiel nachzustreben hat. Herr Dr. Tuch hat nach außen hin bei allen Angriffen das Ansehen der Jüdischen Turnerschaft zu festigen gewußt. Er hat es nach innen verstanden, die Führung zu behaupten, er hat es ferner verstanden, das freundschaftliche Verhältnis innerhalb des Ausschusses in die besten Bahnen zu lenken, er hat sich so viel Verdienste um unseren Turnverband erworben, daß es mir ganz besonders, schwer gefallen ist, daß gerade er jetzt von dieser Stelle scheidet. Ich möchte meine Aeußerungen nicht lange fortspinnen, ich möchte Sie nur bitten, sich zum Zeichen Ihrer Anerkennung von den Plätzen zu erheben. Prof. F r a n k 1: Ich glaube im Namen aller auswärtigen Delegierten zu handeln, wenn ich dem Ausschuß, den Veranstaltern des Turntages, und dem Verein Bar Kochba für seine freundliche Aufnahme der Delegierten herzinnigen Dank ausspreche. Ich glaube, wir können heute sagen, daß unsere Beratungen von großer Wichtigkeit und großer Bedeutung für die Turnbewegung waren. Wenn auch manchmal die Stimmung etwas erregt war, so können wir doch sagen, daß wir alle einig waren in einem großen Ziele der Jüdischen Turnerschaft, dem gedrückten jüdischen Volke einen neuen Weg zur Freiheit zu bahnen. Ich danke noch einmal für die freundliche Aufnahme. Dr. Tuch: „Indem wir jetzt daran gehen, den zweiten Jüdischen Turntag zu schließen, möchte ich nicht verfehlen, meinen verbindlichsten Dank auszusprechen für den Dank, den Sie mir soeben übermittelten. Sie wissen es vielleicht nicht, wie unangenehm mir dieser Dank ist, da ich ihn in meinem Inneren nicht annehmen kann. Ein Anderer an meiner Stelle wäre imstande gewesen, mehr zu leisten, als es mir leider möglich war; es fehlte mir die nötige Zeit, um das zu tun, was bisher hätte getan werden müssen. Trotzdem aber glaube ich, daß die Turnerschaft heute so stark dasteht, wie wir es nur wünschen können, und daß der heutige jüdische Turntag, wie Herr Professor Frankl soeben sagte, ganz Vorzügliches geleistet hat. Er ist tatsächlich das, was wir von ihm vorher gewünscht hatten, geworden, nämlich ein Markstein in unserer Geschichte. Als dasjenige, was geleistet worden ist, möchte ich hervorheben, daß wir durch den zweiten Jüdischen Turntag eine Obmannschaft erhalten haben. Ich halte die neue Institution, die wir der Jüdischen Turnerschaft gegeben, für unendlich wichtig in der Beziehung, daß diese Bestimmung der Satzung die Vereine erst in richtige Fühlung miteinander setzt und daß hierdurch ein inniges Verhältnis geschaffen wird. Als zweites wichtiges Ergebnis möchte ich die Beschlußfassung der Gründung eines Turnerschafts-Fonds hinstellen. Wir haben dies zwar nur beschlossen, aber dieser Beschluß ist außer-

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