Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1905-05-01 · 5/6 (5.1905) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
5/6 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 52)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4921092-5965098-5965224--1331-4924195
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

118 No. ö.'ß Dr. Werner gibt se _-m Befremden Ausdruck, daß nach wie vor österreichische Juden auf Grund formalistischer Auslegungen einen Ausweg geschaffen haiben, in der Deutschen Turnerschaft zu verbleiben. Solche Juden, die als Schutzjuden mit dem gelben Fleck geduldet sein wollen, verdienen öffentlich geforanümarkt zu werden. Herr SchoJem. Man muß unzweifelhaft anerkennen, daß es noch eine Anzahl achtungswerter Juden gibt, die aus persönlichen Gründen in der Deutschen Turnerschaft turnen und die uns trotzdem nicht feindlich gesinnt sind. Nach einer längeren Debatte werden folgende Resolutionen einstimmig angenommen: /. Der zweite Jüdische Turntag erklärt, dass die Stellung der , Jüdischen Turnerschaß" gegenüber den anderen Turnverbänden gegeben ist durch § 2 ihrer Satzungen, welcher lautet: „Die Jüdische Turnerschaft bezweckt die Pflege des Turnens als Mittel zur Hebung des jüdischen Stammes im Sinne der nationaljüdischen Idee. Unter National-Judentum verstehen wir das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit aller Juden auf Orund gemeinnmer Abstammung und Geschichte, sowie den Willen, die iiidi :he Stammesgemeinschaft auf dieser Grundlage zu erhalten. Der Verband verfolgt keine politischen Zwecke." Der Jüdische Turntag stellt fest, dass sich diese Zwecke und Ziele nur in der , Jüdischen Turnerschaft" erreichen lassen. Agressive Tendenzen liegen der, Jüdischen Turnerschaji" fern. /f Der zweite Jüdische Turntag giebt seinem lebhaften Bedauern Ausdruck, dass jüdische Mitglieder des Kreises 15b der Deutschen Turnerschaft trotz der judenfeindlichen Stellungnahme des Kreises 15 sich nicht ihres jüdischen Volkstums bewusst geworden, sondern in der Deutschen Turnerschaft verblieben sind. Auf Antrag Dr. J a 1 o w i c z wird beschlossen, diese Resolutionen sowohl in jüdischen wie nichtjüdischen Zeitungen zu veröffentlichen. Es folgt als letzter Punkt der Tagesordnung die Beratung über folgende Anträge. Dr. Werner stellt für den bereits von Berlin abwesenden Herrn Pollak zwei Anträge, nämlich: a) ein Schauturnen sämtlicher Verbandsvereine im Frühjahr 1906 zu veranstalten; b) für die Verbandsvereine einheitliche Turnkleidung zu beschaffen. In der Diskussion über diese Anträge beantragt Herrmann, dieses Schauturnen auf dem Zionistenkongreß in Basel stattfinden zu fassen. Dagegen wenden sich — von verschiedenen Gesichtspunkten aus — Berger, Dr. Werner und Dr. Tuch.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.