Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 5/6 (5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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108 No. fr/6 kann in dieser Beziehung viel geleistet werden, wenn wir die Sache* systematisch betreiben. Der Ausschuß oder die Kommission, der die Agitationsfragen obliegen, muß fortwährend darüber unterrichtet sein, wo eine Agitation notwendig ist, welche Art von Agitationfür die betr. Gegend passend erscheint, wie die Agitation gewirkt hat usw. Nichts ist verfehlter, als eine verfehlte Agitation. Ei» mißglückter Ansatz an einem Orte schädigt oft die ganze Bewegung. Darum muß die Zentralstelle genau wissen, wo eine Agitation* Aussicht auf Erfolg hat oder nicht, sie muß die Adressen von Vertrauensleuten zu erlangen suchen und sich mit ihnen in Verbindung^ setzen, sie muß Nachricht erhalten, wenn Verbandsmitglieder größere . Reisen unternehmen, auf denen sie eventuell agitatorisch tätig sein könnten oder wenn sie an Plätze verziehen, wo die Turnerschaft nocto nicht vertreten ist. Sie muß die agitatorischen Qualitäten der in Betracht kommenden Verbandsangehörigen kennen, sie muß es zu verhüten wissen, daß geeignete Kräfte an ungeeigneten Orten agitieren und ungeeig." nete Kräfte zurückzuhalten verstehen. Sie muß Flugschriften anfertigen lassen und sie verbreiten, mustergültige Annoncen und Plakate aufsetzen, sie muß die besonderen Gelegenheiten, Feste usw., wahrnehmen, um den Vereinen bezügliche Anregungen zu geben, sie muß die Presse bedienen usw. usw. Und wie wir in Zukunft unsere Zusammenkünfte hoffentlich auch dazu benutzen werden, uns turnerisch weiterzubilden, indem wir bei der Gelegenheit Vorturnerstunden arrangiren, so sollten wir auch den Anlaß ergreifen, uns für die Agitation zu rüsten, indem wir Rednerkurse einrichten, in denen von berufener Seite unsere Programmpunkte agitatorisch vortragen und auf die gewöhnliche» Einwendungen antworten gelehrt wird. Das alles ist gewiß viel Arbeit, aber es ist eine überaus lohnende Arbeit. Unterziehen wir uns ihr nicht, agitieren wir einfach naß» Belieben und wie's gerade kommt, dann verschwenden wir nicht nur nutzlos Zeit und Kräfte, sondern wir stellen die Weiterexistenfc unserer Bewegung überhaupt in Frage. Nachdem wir uns einffl** öffentlich konstituiert haben, müssen wir auch so verfahren, da» die Oeffentlichkeit zufrieden mit uns ist. Üeber die Einzelheiten der Agitation läßt sich natürlich Allgemeingültiges nicht sagen. Das sollte jedenfalls ein Orundsatz sein* daß möglichst wenig schematisch vorgegangen wird, daß vielmehr immer auf die Verhältnisse Rücksicht genommen wird, die an jedem anderen Platze anders sind. Als Leitmotiv läßt sich jedenfalls aufstellen, daß die Agitation nur erfolgt, im Anschluß an bestellende Vereine und mit ihrer tätigen Unterstützung. Der Agitatic*sausscftu» der Turnerschaft, dem möglichst ein guter Turner, ein Hygiemkef und ein organisatorisch und jüdisch geschulter Herr anzugehören hätten, fragt z. B. die Vereine an, welche Städte (möglichst der nächsten Nachbarschaft) sie zur Agitation übernehmen wollen oder