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Jüdische Turnzeitung · 1905-05-01 · 5/6 (5.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
5/6 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
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104 No. 5/6 jährlich zeichnen, so haben wir bei genügender Propaganda in einem Jahr 1000 Mark, im ersten Jahr bestimmt, später muß nur immer daran gedacht werden, die neu hinzutretenden Mitglieder zum Fonds heranzuziehen. Sollte aber dieser Vorschlag nicht akzeptiert werden, dann käme die schon erwähnte Anregung, daß wir uns an Freunde unserer Bewegung wenden, in Erwägung. Haben wir eine größere Summe beisammen, so gilt es, damit zu operieren, daß wir durch Anschaffung von Broschüren, Flugschriften, durch Veranstaltungen von Tournees tüchtige Propaganda machen können, daß wir ferner durch neu zu gründende Vereine den Verband zu stärken versuchen. Und nicht etwa wird durch diese Veranstaltungen der Fonds erschöpft werden, sondern es werden ihm durch immerwährenden Zuzug neuer Kräfte Vorteile erwachsen. Umgekehrt haben unsere Verbandsbrüder dann erst an dem Verband eine starke Stütze. Die Bedeutung einer Verbandsfonds-Oründung fasse ich kurz dahin zusammen: Wir schaffen für die Jüdische Turnerschaft eine gesunde Finanzlage, bestreiten die Kosten der Turnzeitung, können ferner unseren Verbandsvereinen Unterstützung gewähren und haben begründete Aussicht, Propaganda zur Errichtung neuer Vereine zu machen. Ich mache Ihnen folgende Vorschläge: 1. der Fonds wird zur finanziellen Unterstützung des Verbandes in Form einer Umlage gegründet. 2. die Umlage besteht a) aus freiwilligen Beiträgen unserer Verbaudsvereine, eventuell b) aus Beiträgen der Freunde unserer Bewegung. 3. der Fonds wird von einer Kommission verwaltet, welche dem Ausschusse je nach Wunsch berichten muß. 4. die gesammelten Gelder fließen in die Verbandskasse. Lasse« Sie daher den Fonds zu einer feststehenden Tatsache werden! Aus den bereits oben zum Abdruck gelangten Statuten ergibt sich, daß der Turntag die Gründung eines Fo nds zum Zweck der finanziellen Unterstützung unserer Bestrebungen beschlossen hat. In der Debatte spricht sich die Mehrheit der Versammlung gegen das Umlagesystem aus, ohne es jedoch prinzipiell zu verwerfen. Man ist sich überwiegend darin einig, daß zu dem Fonds weniger die einzelnen Turner mit kleinen Beiträgen herangezogen werden sollen, weil sie schon ohnehin von ihren Vereinen stark in Anspruch genommen werden; vielmehr sollen Gönner und Freunde unserer Bewegung zur Entrichtung von Spenden veranlaßt werden. Von der Einsetzung einer besonderen Kommission für die Verwaltung der Fondsgelder wird Abstand genommen, hingegen statutarisch festgelegt, daß die einlaufenden Spenden gleich den Verbandsbeiträgen in die gemeinschaftliche Kasse fließen sollen. Es wird endlich beschlossen und in der Satzung bestimmt, daß Spender von mindestens 50 Mark den Titel „Förderer der Jüdischen Turnerschaft" er" halten. Der Turntag spricht die Erwartung aus, daß die Vereine, jeder an seinem Orte, für die Finanzierung des Fonds emsig werben. Hiermit schließt die Vormittagssitzung um Vs2 Uhr.

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