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Jüdische Turnzeitung · 1905-05-01 · 5/6 (5.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
5/6 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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NX) No. 5 (5 nehmen ist nationale Pflicht. Das Streben nach Disziplin und körperlicher Vollwertigkeit bildet unsere turnerisch-nationale Aufgabe. Der Zionismus und die jüdische Turnbewegung fußen auf derselben Basis, in ihren Zielen sind sie aber nicht kongruent. Die jüdischnationale Tendenz bildet die zweifellose Grundlage auch des Zionismus. Auf diesem gemeinsamen Boden können wir zusammen arbeiten und haben es in förderlicher Weise getan. Die Divergenz beider Bewegungen in politischer Beziehung war einem vereinten Wirken bisher nirgends hinderlich und es ist zu hoffen, daß das herzliche Freundschaftsverhältnis zwischen Zionisten und jüdischen Turnern dauern wird für und für. Del. Prof. F ran kl. Es ist gar kein Zweifel, daß die Frage der Stellung der Jüdischen Turnerschaft zum Zionismus — außer der Organisationsfrage — wohl die wichtigste Frage ist, die wir hier zu erledigen haben, und zwaT ist es die wichtigste Frage, weil wir ohne Zeifel dem Zionismus sehr viel Dank schulden, weil wir ihm unsere Existenz verdanken. Es ist gar kein Zweifel, wenn wir auf die Anfangsgründe der Jüdischen Turnerschaft zurückgehen, dsift 'wir auch die Entstehung des Zionismus ins Auge fassen müssen. Das jüdische Volk ist erwacht, und das Bewußtsein des Judentums hat seine Aeußerung gefunden im Zionismus. Der Zionismus hat die Aufgabe und strebt an die gesamte Hebung unseres Volkes, sowohl geistig wie körperlich, sowohl die Hebung hier, wie auch als Endziei die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für die Juden. Der beste Beweis aber, daß er auch die Gegenwart im Auge hat, liegt ja darin, daß, als das Programm aufgestellt war, ihm noch einige Zusatzpunkte gegeben worden sind, speziell die Hebung der körperlichen Beschaffenheit betreffend. Der Führer des Zionismus in Rußland, Herr Professor Mandelstamm, hat auf einem zionistischen Kongreß ein Referat „Ueber die körperliche Hebung der Juden" gehalten. Dr. Nordau hat das Wort vom Muskeljudentum geprägt. Es ist also selbstverständlich, daß der Zionismus mit dem jüdischen Turnwesen sehr viel Berührungspunkte hat, und daß das jüdische Turnen andererseits wieder nur ein Mittel zum Zweck der rößeren Aufgabe des Zionismus ist. Mir ist das Turnen nur ein kleiner eil des Zionismus. — Aus dem Zionismus sind sehr viele Bestrebungen hervorgegangen, die Gründung der Toynbeehallen usw. Das Turnen andrerseits ist, wie ich bereits sagte, nur ein Teil des Zionismus. Wir dürfen nur das eine nicht vergessen — und ich erinnere mich eines Artikels von Herrn Dr. Werner — unser Turnen im dolus ist nur ein halbes Turnen, ein beengtes Turnen, in jeder Weise beengt, das bringt unsere schreckliche Lage im Golus mit sich. Nichtsdestoweniger müssen wir uns mit der Frage befassen, wie stellt sich die Jüdische Turnerschaft zum Zionisj mus. Sollen wir uns dem Zionismus als solchem anschließen und darrt" nur ein Glied in der ganzen Kette sein, oder sollen wir zwar getrennt marschieren, aber, wenn es darauf ankommt, uns mit ihm vereinigen? Diese» ist wohl die brennendste Frage. Fast überall können wir die Beobachtung machen. Öaß Turnvereine von Zionisten gegründet sind und daß die Zionisten die größte Ausdauer bei der Leitung der Turnvereine haben. Wir Zioniste" sagen uns, wir sind bewußte Turner, wir turnen nicht deshalb, weil wir uns als einzelne Individuen stärken wollen, wir möchten alle Juden turnen sehen und damit das ganze Judentum heben und stärken. Wir haben schon einen großen Kampf gehabt, als unser Verein in Mährisch-Ostrau der Juöj" sehen Turnerschaft beitreten wollte. Nachdem wir dies nach vielem Stre» durchgeführt hatten, ist die sogenannte Intelligenz, also Juden, die sien bereits assimiliert haben, aus dem Verein ausgetreten. Es ist daher gar kein Zweifel, daß. wenn sich die Jüdische Turnerschaft dem Zionismus anschließt, weitere Mitglieder austreten werden. Ich glaube, daß dies nient

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