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Jüdische Turnzeitung · 1905-05-01 · 5/6 (5.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
5/6 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German
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No. 5/6 99 Gleisen der schmerzlich-poetischen Resignation und des Volksbeglückertums mit Ausschluß der Juden gerissen, indem er das politische Moment in den Vordergrund rückte. Er war es, der ebenso entschlossen wie erfolgreich die Zusammenfassung der jüdischen Volksmassen zu zionistischen Gruppen und Verbänden in Angriff nahm. Der politische Faktor und die streng danach bemessene Tätigkeit Herzls charakterisiert den modernen Zionismus und unterscheidet ihn scharf von allen vorangegangenen jüdischen Kolonisationsprojekten und kolonisatorischen Versuchen. Als Politiker trat Herzl mit dem türkischen Sultan und anderen Souveränen in Beziehungen und suchte sie für das zionistische Ziel zu gewinnen. Als Politiker sagte er sich, daß man bei der von den Juden bisher beliebten besonderen Methode in der Behandlung politischer Dinge abgehen und sich den staatlich-diplomatischen Grundsätzen und Formen anpassen müsse. jrr machte daher erst gar nicht den Versuch, auf der Basis weltbürger- »cher Theorien dem jüdischen Volke zur Wiedererlangung seiner Urheimat zu verhelfen, sondern stellte nackt und bloß — wie es in Wahrheit ist — das kalte Do üt des-Prinzip auf. Herzl und seine Anhänger vertreten konsequent den Standpunkt, daß die Judenfrage politisch gefaßt und politisch behandelt werden müsse, daß eine Losung auf nicht-politischer Grundlage ausgeschlossen sei. Die Politik stellt also einen wesentlichen Faktor des Zionismus Er ist ferner ohne ein bestimmtes Gebiet begrifflich undenkbar. V das Land nun Palästina, ob es Uganda oder ein anderes Stück er. Erdkugel ist, irgend ein eigenes Territorium muß notwendigerweise für eine zionistisch-politische Volksorganisation vorhanden sein, n diesem Sinne gehört der energischste Palästinist wie der ausgesprochenste Ugandist zweifellos zum Stamm der Territorialisten. Die jüdisch-nationale Turnerschaft unterscheidet sich vom Zionismus sehr wesentlich dadurch, daß das politische und territoriale da« Dnr bei ihr völlie in We£fa11 kommen. Unser Verband scheidet sch? ne grundsätzlich aus. Sein Zweck ist bedingt und bew ankt auf das jüdisch-nationale Prinzip. Mittel zur Erreichung dieses viel 'St Turnen- D*1" Verband wendet sich an die Juden, gleich- Erre'^ S'e wohnen und w°hnen werden. Er würde selbst nach lüdieCfc£ des **aseIer Programms keineswegs überflüssig werden, den •■ Tyrnvereini£UnSen waren dann — ebenso wie jetzt — bei c" zurückbleibenden Juden berechtigt und am Platze. alle di*^ ^ubstrat unserer Bewegung ist das jüdische Volk, d. h. sich m e"j^n' die ,ebend,'ges jüdisches Volkstum in sich tragen und dazu 1 .hen Stammesgehörigkeit bekennen. Nicht bedarf es sehen ei8,enen Länderstreifens und ebensowenig eines politiduaiität u Wir bedachten das jüdische Volk als eine Volksindivikeit i "V- €l£entumlichcr Kulturentwicklung und Kulturgemeinsamsehr enK ■ Sf" Ura,ten im Lauf der Jahrtausende ausgestalteten und und dl» e u- "8sfähi8en Kulturkreis und seine Probleme einzudringen ««e Schatze unserer Volkskultur zu pflegen und in uns aufzu-

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