Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 5/6 (5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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hindurch junge Leute in festen Berufen, wenige an der Zahl, ohne Entgelt dafür zu empfangen, ohne Erfahrung auf dem Gebiete des Zeihmgswesens, einzig und aHein getrieben von ihrem Idealismus, ein Blatt herausgegeben haben, das in seiner Art einzig und in seinen Zielen so ungemein bedeutungsvoll genannt werden muß, so darf das uns alle mit einem großen Stolze erfüllen. Wenn auch das, was geschrieben wurde, keine klassische Literatur ist, so spricht doch ein erstes starkes Wollen aus jedem Hefte, vielleicht auch ein kleines Maß von Können, jedenfalls aber der redliche Wille, ein wahrheitsgetreues Bild des körperlichen Zustandes der gesamten Judenheit zu geben und auf Grund der hierdurch gewonnenen Erkenntnis an einer systematischen Heilung unserer Brüder zu arbeiten und zu solcher Arbeit aufzurufen! Die Turnzeitung begann nicht, wie so manches Blatt mit einem nach außen wirkenden, in Wahrheit aber hohlen und morschem Aufhau, sondern hat sich aus den kleinsten und unscheinbarsten Anfängen zu einer auch äußerlich immerhin gut wirkenden Zeitschrift heraufgearbeitet. Ich lege Ihnen die erste Nummer des ersten Jahrganges der Turnzeitung vor: ein acht Seiten kleinen Oktav-Formats starkes Blättchen, ohne Umschlag, in ungeschickter Ahordnung und mit so mancherlei komisch wirkenden Fehlern. So z. B. enthält gerade diese erste Nummer den Jahresabschluß des „Bar Kochba". Das Ausgaben-Konto ist auf die linke Seite, das Einnahmen-Konto auf die rechte Seite gesetzt, womit, wie ein weiser Mann einmal gesagt hat, wohl zum Ausdruck gebracht werden sollte, daß der „Bar Kochba" zuerst seine Gelder ausgibt, ehe er Einnahmen hat. Ursprünglich war die Jüdische Turnzeitung gedacht als ein Nachrichtenblatt für die auswärts wohnenden Mitglieder des „Bar Kochba". Die erste Anregung dazu hat Herr Dr. Julius Citron gegeben, aber sehr bald wandelte sich das Blatt von selbst in ein Blatt der jüdischen Turnvereine um, indem ihm auch die übrigen Vereine ihre Berichte zuschickten, und aus dem Nachrichtenblättchen wurde bald eine reguläre Zeitschrift mit mancherlei mehr oder weniger guten Beträgen. Im Juniheft 1900 erschien der bekannte Nordau'sche Artikel über Muskel-Judentum, gleichzeitig auch das Leiblied aller jüdischen Jurner: „Wohlan, laßt das Sinnen und Sorgen" von Dr. Zlocisti. D«e Zeitung erschien erst 8, dann 12, dann eine Zeitlang 16 Seiten stark und empfing zu Beginn des 2. Jahrganges im Jahre 1901 noch wnen grünen Umschlag, der im nächsten Jahrgang mit einem blauen wechselte, so daß in einem alten Vereinsliede Dr. Blum singen konnte: „Erst war sie weiß, dann grün, dann blau, Sk wird noch einst in Ehren grau." ,...E>n eigentlicher Wendepunkt trat in Bezug auf die äußere Verstärkung des Blattes mit dem Beginn des Jahres 1901 ein. Seitdem hat sich die Zeitung bis zum vorigen Jahre ständig vergrößert, so. daß einzelne Hefte nicht selten in einem Umfange von 24 Seiten erschienen.