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Jüdische Turnzeitung · 1905-05-01 · 5/6 (5.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
5/6 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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86 No. 5/6' 70 Prozent gehoben. Turnerische Anregung sei seinem Verein seitens der Berliner Herren in genügendem Maße zuteil geworden. Die Turnerschaft habe dem Kölner Verein ganz außerordentliche Dienste geleistet, nicht nur durch die Zeitung, sondern auch durch die Tatsache ihres Bestandes. Die Gründung des Turnverbandes könne daher nicht als verfrüht betrachtet werden. Del. Dr. Ja 1 owicz. Der Turnverein in Frankfurt a. Oder ist eingegangen, weil es unmöglich war, den Verein zu halten. Von seiner Auflösung habe der Ausschuß erst erfahren, als der Verein bereits tot gewesen sei. Alle Wiederbelebungsversuche hätten keinen Erfolg gehabt,, weil der Verein nicht leben wollte. Die Turnerschaft trifft also in diesem Falle keine Schuld. Del. Scholem bestreitet, daß die Sitzungen der Turnerschaft, wie Del. Herrmann bemerkt hatte, geheim gehalten worden seien und tritt den weiteren Ausführungen Herrmamns entgegen. Del. Dr. Blum erklärt, daß zwar die Abhaltung eines Turnlehrerkursus, der von sämtlichen Vereinen beschickt werden sollte, ins Wasser gefallen sei. Dagegen sei in Berlin ein Turnlehrerkursus abgehalten worden, der von mehreren Damen und Herren besucht worden wäre. Zwei dieser Herren hätten das Kgl. preußische Turnlehrerexamen bestanden. Das sei auch ein Erfolg, der auf Rechnung des 1. Jüdischen Turntages zu setzen sei, da von diesem die Anregungen hierzu ausgegangen sind. Dr. Blum wünscht des weiteren, daß darauf hingewirkt werden möge, daß in den einzelnen Vereinen derartige Turnlehrerkurse eingerichtet werden, eventuell durch Hinzuziehung nichtjüdischer Turnlehrer. Del. Dr. Moses. Der Turntag sei nicht dazu einberufen worden, strenge Kritiken auszuüben, sondern Maßnahmen zu treffen, wie weitergearbeitet werden solle. Ob der Verband zu früh begründet worden sei, sei heute irrelevant. Man müsse mit der Tatsache rechnen, daß der Verband besteht. Die Frage, ob es nötig sei, einen jüdischen Turnverein auf nationaljüdische Basis zu bringen oder nicht, sei ein Standpunkt, der sich nach den einzelnen Städten, Gemeinden und Gegenden richte, und das könne hie«" nicht allgemein entschieden werden. Der Ausschuß hätte die Pflicht, jeden jüdischen Turnverein zu unterstützen, ganz gleichgültig, ob er national-jüdisch gesinnt sei oder nicht. Dr. Moses erklärt ferner, man sei nicht hergekommen, um darüber zu sprechen, was geleistet worden sei, sondern um positive, praktische Vorschläge zu hören. Del. Dr. Tuch wendet sich energisch gegen die Auffassung, daß der Turntag nicht die Stätte sei, an der Kritik über den Ausschuß geübt werde" dürfe. Er bittet, in der Folge nur über bisherige Vorgänge zu diskutieren und nicht schon jetzt über das zu debattieren, was sich erst 8" die einzelnen Referate über die zukünftige Arbeit des Ausschusses anschließen müsse. Hierauf erteilt der Vorsitzende Herrn Dr. Zirker das Wort zu detn namens der Redaktionskommission zu erstattenden Referat über die Jüdische Turnzeitung. Dtr Referent führt aus:*) Es ist eine in hohem Maße ehrenvolle Aufgabe, die mir zuteil geworden ist, Ihnen ein Referat über die Geschichte, die augenblickliche Lage und die Zukunft unserer Jüdischen Turnzeitung zu geben, ehrenvoll deshalb, weil gerade unser Blatt die Jahre unserer Arbeit die Starke unserer Energie, die Macht unserer Begeisterung so recht wiederspiegelt. Wenn man erwägt, daß hier ein halbes Jahrzehnt *) Infolge eines äusseren Umstandes wurde dieses hier unverkürzt wiedergegebene Referat nur teilweise gehalten.

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