Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 5/6 (5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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80 No. 5/6 die in der Tat sehr mannigfaltiger Natur ist, nicht länger hinausschieben. Gestatten Sie mir, noch einmal den auswärtigen Delegierten unseren herzlichsten Dank für ihr Erscheinen auszusprechen. Möge der heutige Turntag ein Markstein in unserer Bewegung sein und das, was wir heute beschließen, zum Segen der jüdischen Turnerschaft und damit zum Segen unseres jüdischen Volkes werden! Hiermit eröffne ich den zweiten Jüdischen Turntag." Dr. Werner: Gestatten Sie mir, wenn auch ohne Mandat seitens der übrigen Delegierten, als Vertreter des I. Wiener jüdischen Turnvereins für die freundlichen Begrüßungsworte unseren besten Dank auszusprechen. Ich glaube, daß der Hinweis darauf, daß wir aus so weiter Ferne hergekommen sind, bestätigt, wie ernst wir die Sache nehmen. Ich will nicht weiter höfliche Worte austauschen, sondern darauf hinweisen, daß für die Leitung der Turntage Präsident und Schriftführer zu wählen sind. Ich schlage vor, Herrn Dr. Tuch zum Vorsitzenden unseres heute beginnenden Turntages zu wählen. Hierauf wird und zwar per Akklamation Dr. Tuch zum Vorsitzenden, Dr. Werner zu seinem Stellvertreter, Dr. Jalowicz zum Schriftführer und Berger zu dessen Stellvertreter gewählt. Die Gewählten nehmen die Wahl dankend an. Entsprechend der alsdann von der Versammlung genehmigten Tagesordnung erstatten die Mitglieder des Ausschusses ihre Rechenschaftsberichte, und zwar Dr. Tuch den allgemeinen, Scholem den Turn- und Hirsch den Kassenbericht. Die Berichte, die ein anschauliches und übersichtliches Bild von der bisherigen Tätigkeit des Verbandes entrollen, stimmen in dem freimütigen Geständnis überein, daß der Verband bisher den auf ihn gesetzten Erwartungen nicht in dem Maße, wie man es erhoffte, gerecht geworden sei, und führen die Relativität der Erfolge des Verbandes auf eine Reihe äußerer Gründe zurück, wegen deren Abstellung eben die Einberufung des zweiten Turntages geboten erschien. Zunächst gibt Dr. Tuch als Verbandsvorsitzender nachfolgenden Allgemeinen Bericht: Sehr verehrte Turntags-Delegierte! Als vor einundeinhalb Jahren die Jüdische Turnerschaft gegründet wurde, da war meiner Ansicht nach der Zeitpunkt ein unglücklich gewählter. Es war zu einer Zeit, wo noch wenige jüdische Turnvereine existierten, und diese selbst meist noch recht schwach fundiert waren. Damals wurde viel in unserem Bar Kochba-Vorstan« darüber debattiert, ob es zweckmäßig sei, schon jetzt einen Verbal» ins Leben zu rufen. Ich habe mich bis zum letzten Augenblicke dagegen erklärt. Als aber dann der Bar Kochba die Gründung eines Verbandes beschloß, da haben wir uns alle außerordentlich bemüht, ihn ins Leben zu rufen und ihm nach Kräften zu dienen. Neun Vereine schlössen sich ihm gleich an. Inzwischen sind einige neue Vereine beigetreten, und zwar die Vereine in Stettin, Oraz, LeW* berg und Braila. Es ist zu hoffen, daß in nicht zu ferner Zeit