Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 4 (4.1905)
- Date
- 1905-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Xo. 4 Lungen ferngehalten werden, der wird bald die günstige Wirkung der Turnerei auf die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Widerstandskraft seines Atmungsapparates spüren. Er wird mit Vergnügen den pünktlich wie die Generalversammlung zweimal jährlich wiederkehrenden „Catarrh" vermissen und, nachdem er der elektrischen Bahn vom Alexanderplatz zum Spittelmarkt nachgerannt ist (um pünktlich auf dem Turnboden zu erscheinen), ohne einmal dazwischen zu verschnaufen „Dort, wo die Zeder" singen können! Leitsätze: , 1. Stets nur durch die Nase atmen. 2. Turnsaal gut sprengen. 3. Unelastischen, nicht engen Gurt oder Tragbänder tragen. Kein Korsett. Wie der Beschluss des Kreises VIIIb zu stände kam. Die Lorbeeren, die sich Herr J. J. mit seiner im vorigen Hefte von uns glossierten Zuschrift an die „Deutsche Turnzeitung" gepflückt hat, lassen den in der Angelegenheit des bekannten Beschlusses des Kreises VI IIb mehrfach erwähnten Herrn Simon Bendix in Köln nicht zur Ruhe kommen. Herr Bendix fühlt anscheinend den Drang in sich, uns ganz tot zu machen und veröffentlicht, wohl zu diesem Zwecke, in der „Deutschen Turnzeitung" eine Mitteilung, die überdies in einer persönlichen und unfeinen Form geschrieben ist. Von dem bekannten Referat unseres Herrn Dr. Zirker in dem Kölner Bruderverein ausgehend, wiederholt Herr Bendix seine alte Beschuldigung, Dr. Zirker habe die „Deutsche Turnerschaft" angegriffen, ihr christlich-soziale (!) Tendenzen vorgeworfen usw. Daß Herr Simon Bendix, (notabene etwas sehr post festum), die — von Herrn Dr. Zirker übrigens längst berichtigte Darstellung des „Stadtanzeiger" der „Köln. Ztg." —- wieder ausgräbt, paßt zu harmonisch zu seinen sonstigen ollen Kamellen, als daß wir ihm wegen des Ausbreitens seiner falschen Antiquitäten sehr gram sein sollten. Seine unfreiwillig humoristischen Bemerkungen wollen wir mit Stillschweigen übergehen. Zurückgewiesen sei nur seine beweislose Behauptung, daß sich infolge des Kreistagsbeschlusses des Kreises VIIIb „in den leitenden Kreisen" der „Jüd. Turnerschaft" „eine gewisse Unruhe bemerkbar gemacht habe". Herr Bendix irrt gewaltig. Wir bedauern es außerordentlich, daß ein solcher Beschluß gefaßt werden konnte, zu irgend einer Beunruhigung liegt jedoch für uns um so weniger Anlaß vor, als die Resolution zweifellos nur infolge einer falschen Tatsachendarstellung zustandegekommen ist. Von diesem Gesichtspunkt aus verliert der Kreistagsbesoluß die ihm schein-