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Jüdische Turnzeitung · 1905-04-01 · 4 (4.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
4 (4.1905)
Date
1905-04-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 4 5a fürchtete Geißel der Menschheit: die Lungentuberkulose oder Schwindsucht. Mit einer gewissen Menge von Bakterien können schließlich die Lungen selbst fertig werden, aber mit zu großen Massen nicht. Man hat folgenden Versuch gemacht: einem Kaninchen wurde ein Rohr durch das Maul und die Luftröhre bis in die Lungen geführt, so daß es gezwungen war, die Luft direkt in die Lungen aufzunehmen; die Folge war nach kaum zweimal 24 Stunden eine tötliche Lungenentzündung. Daraus erhellt die Wichtigkeit der Nase und in zweiter Linie des Kehlkopfes und der Luftröhre als Luftsieb. — Aber außer der Funktion als Staubsieb hat die Nase noch eine weitere Aufgabe zu erfüllen. Sie hat die Luft zu durchfeuchten und vorzuwärmen. Die Innenfläche der Lunge vermag nicht in dem Maße, wie die Nase, Schleim zu produzieren. Deshalb würde eindringende trockene Luft die Lunge austrocknen. In ausgetrocknetem Zustand vermag aber die Lunge einerseits ihre Aufgabe nicht genügend zu erfüllen und wird andererseits ganz bedeutend mehr zur Aufnahme von Krankheitserregern disponiert. Deshalb ist es auch so zweckmäßig, daß die innere Oberfläche der Nase — wie mehrfach erwähnt — so vergrößert ist, denn dadurch wird eine so viel größere Fläche von der eintretenden Luft bestrichen und letztere vermag sich deshalb um so reichlicher mit Feuchtigkeit zu beladen. Wie wenig etwa der Mund imstande ist — obgleich doch auch seine Innenfläche feucht ist — das Sättigen der Luft mit Feuchtigkeit zu besorgen, kann man konstatieren, wenn man, etwa wegen Schnupfens, mit offnem Munde geschlafen hat; der Rachen ist dann ganz ausgetrocknet, man hat einen „trocknen Hals". — Daß mit dem Fortfall der feuchten Schleimschicht auch ein wichtiges Schutzmittel gegen den feinen Staub fortfällt, habe ich schon erwähnt. Und noch eine dritte Aufgabe hat im wesentlichen die Nase zu erfüllen, nämlich die Luft vorzuwärmen. Unsere Haut vermag sich den verschiedenen Temperaturen anzupassen; sie zieht sich zusammen bei der Kälte und vermindert damit die Wärmeabgabe, sie dehnt sich aus bei Hitze und läßt Feuchtigkeit (Schweiß) an die Oberfläche treten, um durch Verdunstung die Wärmeabgabe zu vermehren. Wer seine Haut nicht allzusehr verweichlicht hat, wessen Haut also imstande ist, sich den verschiedenen Temperaturen anzupassen, der braucht keine Angst vor Erkältung zu haben. Die Lungen aber besitzen diese Anpassungsfähigkeit der Haut nicht und auf sie wirkt rascher Temperaturwechsel, wenn er sie unbehindert trifft, sehr schädlich ein. Um nun den Lungen Luft von immer möglichst gleicher Temperatur zu bieten, ist die Nase da. Wenn die Luft über die große warme Schleimhautfläche der Nase streicht, wird sie genügend vorgewärmt, um den Lungen dargeboten werden zu können. Natürlich tragen auch Schlund, Kehle und Luftröhre einiges zur Vorwärmung bei, aber das Wesentliche bietet die Nase. Wenn sich daher jemand eine Lungenentzündung holt, so hat er sie nicht dadurch bekommen, daß er aus einem wannen

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