Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 4 (4.1905)
- Date
- 1905-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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52 No. 4 also stets feucht. Dadurch, daß der Innenraum der Nase nicht einheitlich glatt sondern wie oben beschrieben ist, wird die Schleimhautflächc bedeutend vergrößert, und wir werden später sehen, welchen Nutzen das für den Körper hat. Am Eingang zur Nase, also an den Nasenlöchern, ist ein Kranz von Härchen angebracht, so daß die hindurchtretende Luft gleichsam gesiebt wird. Aus der Nase gelangt die Luft in den Schlund, den man auch zum hinteren Teil der Mundhöhle rechnen kann. Von hier geht sie durch den Kehlkopf und die Luftröhre in die Lungen. Im Kehlkopf ist die von den Stimmbändern eingefaßte Stimmritze, die beim Sprechen verengt wird Dieser ganze Weg, den die Luft zu passieren hat, ist von sogenanntem Flimmerepithel ausgekleidet, das ist eine Haut mit zahllosen ganz feinen Härchen, die sich beständig in der Richtung nach dem Nasenloch zu bewegen. Nachdem wir so in großen Zügen den Bau der Atmungsorgane und die Art ihrer Tätigkeit kennen gelernt haben, wollen wir sie einmal vom Zweckmäßigkeitsstandpunkte aus betrachten. Wenn eine Maschine richtig funktionieren soll, müssen Schädlichkeiten von ihr fern gehalten werden. Dasselbe gilt für die feinere Maschinerie unseres Körpers. Deshalb hat die weise Natur den Weg, den die Luft zu den Lungen zu passieren hat, mit möglichst vielen Schutzvorrichtungen bedacht. Gleich am Eingang dei Nasenlöcher stehen die borstenartigen Haare, die das Eindringen des allergröbsten Staubes und Schmutzes verhindern. Daran schließt sich die durch zahlreiche Buchten und Höeker vergrößerte Schleimhautfläche. Bei dem Anprall der Luft an alle die Unregelmäßigkeiten dieser Fläche bleibt ein guter Teil weiterer Unreinlichkeiten liegen; feinere Partikelchen haften in dem die Schleimhaut bedeckenden zähen Schleim auf dem ganzen Wege hinunter bis zu den Lungen. Die Fortschaffung von hier geschieht teilweise durch die Flimmerhärchen, teilweise durch die Entleerung des beständig sich erneuernden Schleimes, der die abgefangenen Staubteilchen in sich schließt Man kann sich leicht davon überzeugen, daß selbst sehr feine Partikelchtn vor dem Eintritt in die Lungen zurückgehalten werden. Hat man den Abend in einem Zimmer zugebracht, in dem viel geraucht wurde, so macht sich am nächsten Morgen die Kohle des Zigarrenrauches durch Schwarzfärbung des Nasensekretes bemerkbar. Warum ist es aber so wichtig, daß Staub etc. nicht in die Lungen, gerät? Aus vielen Gründen. Der Staub besteht meist aus kleinsten Steinteilchen. Wenn sie auch noch so winzig sein mögen, so vermögen sie doch einerseits durch ihre Massenhaftigkeit einen Teil der Atmungsfläche in den Lungen ihrer Aufgabe zu entziehen, und anderseits durch ihre Spitzigkeit und Schärfe Verletzungen und Entzündungen in den Lungen zu veranlassen. Noch wichtiger aber ist der Umstand, daß der Staub zahllose kleine Lebewesen mit sich führt, die sogenannten Bakterien, welche, in die Lungen eingedrungen, dort zu lebensgefährlichen Krankheiten führen können: Lungenentzündung, Lungeneiterung usw., und vor allem die so ge-