Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 2/3 (2.1905)
- Date
- 1905-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2/3 39 Juden mit innerer Selbstverständlichkeit eine Minderung unseres deutschen Empfindens, zurück. Auf das glücklichste hat diesem Oedanken, daß Staatsbürgertum und Stammeszugehörigkeit zwei verschiedene Dinge sind, die einander nicht zu tangieren brauchen, Kaiser Wilhelm II. in seiner Posener Rede mit den Worten Ausdruck verliehen: „Das Königreich Preußen setzt sich aus vieler. Stämmen zusammen, die stolz sind auf ihre frühere Geschichte und Eigenart. Das hindert sie nicht, vor allem brave Preußen zu sein." Der Vergleich, den Herr Dr. Blenke zwischen unserer Bewegung und den Sokolvereinen zieht, ist ebenfalls schon dort abgetan : „Eine Vergleichung und Identifizierung unserer Bestrebungen mit den dänisch- und polnisch-nationalen zeugt von einem völligen Mißverstehen unserer Tendenzen. Gegen jene Bewegungen wendet man sich vom deutschen Standpunkt aus doch überhaupt nur deshalb, weil man annimmt, daß ein Kampf gegen das Deutschtum zugunsten einer dänischen bezw. polnischen Autonomie geführt werde, und weil man befürchtet, hierdurch könnten die auf eventl. Losreißung der seinerzeit dem deutschen Reiche einverleibten Gebietsteile gerichteten Absichten Förderung erfahren. Welchen Gebietsteil des deutschen Reiches sollten wohl die Nationaljuden annektieren wollen? Oder hat man schon Jf etwas von einem Angriff des Nationaljudentums auf deutsche Kultur vernommen?" Auch der Vergleich der National-Juden mit den Deutsch-AmeridorT"' 'S* kere'*s m jener Erklärung vorweggenommen. Es heißt »Weit zutreffender wäre ein Vergleich mit den amerikanischen Deutschen, deren unerschütterliche Liebe zum deutschen Stamme und zu deutscher Sprache und zu deutscher Kultur sto zu Organisationen zusammengeschlossen hat, die auch von offizieller deutscher Seite volle Würdigung und eifrige Unterstützung gefunden haben. Und doch hat sie nie diese Betätigung daran gehindert, mit voller Kraft an der Kulturarbeit de* großen amerikanischen Volkes mitzuarbeiten, oder sie in einen Konflikt mit ihren staatsbürgerlichen Pflichten gestürzt! So und nicht anders wollen auch wir verstanden werden." , E^ erübrigt noch ein Punkt. Herr Dr. Blenke hält die Jüdine ][Urnl3ewegung für gefährlich, weil sie „politisch" ist und eine jü "^ Spaltung im Deutschen Vaterlande hervorruft. — Ein Beweis r ]dlesc Behauptungen wird von Herrn Dr. B. nicht angetreten und da weniger erbracht, und dies würde ihm auch sehr schwer fallen, > wie bereits aus obigem hervorgeht, unsere Bewegung absolut unpolitischer Natur ist. - Herr Dr. Blenke will durchaus eine Idenat zwischen dem Zionismus und dem National-Judentum konuieren. Aber auch hier liegt ein Irrtum vor, hervorgerufen durch