Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 2/3 (2.1905)
- Date
- 1905-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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88 No. 2/3 ächtlich behandelt werden oder doch auf Schwierigkeiten hinsichtlich ihrer Aufnahme stoßen; 2. Weil voraussichtlich deshalb mehr Juden turnen werden, wenn sie dies unter sich tun können, als im anderen Falle. Dies beweist ja auch das Beispiel der akademischen Turnvereine. Es turnen jetzt seit Bestehen der akademischen Turnverbände sicher mehr Akademiker, als es ohne diese Verbände geschehen würde. Wem an der Ausbreitung des Turnens als einer allgemein menschlichen Kultursache gelegen ist, kann sich nur über die Vermehrung solcher Turngelegenheiten freuen. Wenn in ihnen auch nicht alles durcheinandergemengt ist, was turnen will, so ist doch die Hauptsache, daß überhaupt geturnt wird. 3. Wenn die jüdischen Turnvereine sich die Aufgabe stellen, durch ihre Bestrebungen mit beitragen zu wollen, ihre Stammesjgenossen überhaupt und insbesondere die im Osten kulturell und körperlich zu ertüchtigen, so kann sich jeder Menschenfreund nur darüber freuen. So war und ist noch meine Meinung, aus der ich kein Hehl mache. > Da der jüdische Turnverband bis jetzt keinerlei feindselige Stellung zur Deutschen Turnerschaft genommen hat, ebensowenig wie die akademischen Turnverbände, so sehe ich nicht ein, warum nicht auch zwischen ihm und der Deutschen Turnerschaft ein freundliches Verhältnis sollte bestehen oder hergestellt werden können." Hiermit hat Herr Hof rat Maul, der frühere Vorsitzende des Ausschusses der Deutschen Turnerschaft, klar und unanfechtbar nachgewiesen, wie wenig die Interessen der Deutschen und der Jüdischen Turnerschaft einander widersprechen. Mögen sich diese Aeußerung eines vorurteilslosen Nichtjuden besonders unsere jüdischen Gegner ad notem nehmen. Dem Herrn Dr. Blenke können wir nur raten, zu tun, wie es die Deutsche Turnerschaft empfiehlt: „Den Zweck der Jüdischen Turnerschaft einmal etwas näher ins Auge zu fassen." Hätte er dies getan, so wären alle seine künstlich aufgebauten Hypothesen über die Gefährlichkeit der Jüdischen Turnerschaft, ihren Gegensatz zum Deutschtum, ihre Vergleichbarkeit mit den polnischen Sokolvereinen, u. a. m. von vornherein in Wegfall gekommen. Wir können uns für unsere Erwiderung damit begnügen, auf jene offizielle Erklärung des Ausschusses der Jüdischen Turnerschaft zu verweisen, die in den bedeutendsten deutschen Tageszeitungen sowie in dem Sept/Okt.-Heft 1903 der Jüdischen Turnzeitung erschienen ist. Gegenüber der Behauptung Dr. Blenkes, daß das National- Judentum im Widerspruch zum Deutschtum stehe, zitieren wir folgende Stelle: „Wir weisen mit aller Energie den gegen uns erhobenen Vorwurf, als ergäbe sich aus unserem Zusammenschluß a's