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Jüdische Turnzeitung · 1905-02-01 · 2/3 (2.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
2/3 (2.1905)
Date
1905-02-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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No. 2/3 40 Unkenntnis unseres Programms. In der oft zitierten Erklärung heißt es hierüber ausdrücklich: „Die jüdische Turnbewegung führt geschichtlich ihren Ursprung auf den Zionismus zurück, mit dem sie die nationaljüdische Grundlage gemein hat, während sie sich wesentlich dadurch von ihm unterscheidet, daß sie jeglichen politischen Charakters entbehrt, da sie sich jeder Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten enthält." Nach alledem müssen wir die Blenkesche Konstruktion als völlig verfehlt und durchaus unmotiviert zurückweisen. E. H. Ueber die Einrichtung eines Vorturnerausbildungskursus. Die Vorturner, wie Jahn safet, die „verständigsten und turnfestigsten" Turner, bilden die Basis eines Turnvereins. Ihre Wahl muß eine der wichtigsten und verantwortlichsten Aufgaben sein, da nur die Vorturner imstande sind, den turnerischen Geist, der das Ganze tragen soll, zu befestigen und zu verbreiten. Dies kann aber nur dann in vollem Maße geschehen, wenn der Vorturner durch Beherrschen des Turnstoffes und zweckgemäße Anwendung desselben, durch turnerisches Auftreten, selbst den Anfänger von der Wichtigkeit der guten Sache überzeugt und ihn veranlaßt, nach seinen Kräften zum Gedeihen des Werkes beizutragen. — So ausgebildet, wird auch die Gesamtheit der Vorturner, die Vorturnerschaft, kein leeres Wort bedeuten, sondern als Institution gelten, die im höchsten Grade anregend, maßgebend und fördernd wirkt. — So soll es sein, — und so muß es werden. Sonst bleiben wir trotz aller guten Vorsätze, unserer Begeisterung für unser Ideal, stehen, verlieren, weil die Hauptorganisation mangelhaft ausgebildet ist, mit der Zeit den Boden ganz unter den Füßen. Darum müssen wir mit Energie und Beharrlichkeit diese Lücke ausfüllen. — Diese Ausbildung erhalten die Turner in dem Vorturnerausbildungskursus. Den Plan eines solchen haben wir uns folgendermaßen gedacht. D ie Zeitdauer würde 4 Monate mit wöchentlich zwei Abenden zu je zwei Stunden betragen. In den ersten beiden Monaten sollen z. B. alle Montag und Donnerstag Frei- und Ordnungsübungen und die Uebungen des gemischten Sprunges, Freispringen, alle Donnerstag Reck und volkstümliche Uebungen bearbeitet werden. An den Montagen der beiden anderen Monate Uebungen mit Handgeräten und Pferd, an den Donnerstagen aber Barren und Uebungen an den Kletter- und Schaukelgeräten an deren Stelle kommen.

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