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Jüdische Turnzeitung · 1905-01-01 · 1 (1.1905) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
1 (1.1905)
Date
1905-01-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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14 No, 1 sehen Lustreiz in sich schliesst, wenn es gilt ein scheues Wild zu, beschleichen, vielleicht mit der Gefahr zu spielen, Wir denken hierbei natürlich nicht an die elende Massenschlächterei, die von Schützenketten bei Treibjagden an wehrlosem Wild begangen wird, ebensowenig an den niederträchtigen, sogenannten .Sport" des Taubenschiessens. Ebenso ist das Segeln ein Sport der Begüterten. Es hat herrliche Eigenschaften, die aber mehr nach der psychischen als der physischen Seite hin liegen. Soweit nicht Ruderarbeit erforderlich ist, kommen als physische Einflüsse beim Segeln im wesentlichen nur die machtvollen Agentien von Licht und Luft zur Wirkung, aber nur wenig Muskeltätigkeit. Dagegen ist die Ablenkung der Aufmeafe samkeit von seinen täglichen Berufsgeschäften, die der Steuerführer hier weniger als bei irgend einem andere» Sport entbehren kann, wo er mit gespannten SinneA Strömung und Wind zu beobachten hat, und ist das lustr volle Spiel mit der Gefahr ein gewaltiger psychischer Heilungsfaktor. .;•,,,,. Von den Rasenspielen sei hier abgesehen; sie s|o4 Domäne der heranwachsenden Generation und des jüiigjsn Volkes, nicht neurasthenischer Erwachsener. Wir sind aber weit entfernt davon, sie irgendwie gering schätzen?u wollen. Wer seinen Kindern einen Lawn Tennisplate schaffen kann, erweist ihnen gewiss eine Wohltat und sorgt für die Gesundheit ihrer Seelen, indem er für die Frische, Widerstandskraft undAnpassungsfähigkeit ihresKörpers sorgt Und so sei auch das Kegeln im Vorbeigehen nur flüchtig erwähnt. Wenn es häufiger im Freien und durch? schnittlich in Verbindung mit einem geringeren Konsul» von Alkohol und Tabak geübt würde, so wäre es ein nocl» besserer Sport der gesetzten Männer, als es ohnehin schon ist: aber es mag wohl Erholung für einen Gesunden seih* für den Geschwächten ist es nicht eingreifend, vor al&MB nicht kontLnuell genug. Es lässt zu viel Zeit für Beriifsgespräche und sorgenvolle Gedanken. Nun wird man sagen, dass bei aller Anerkennung dessen, was sportliche Körperübung leisten könnte, dennoch dieses gewaltige Heilmittel den meisten Leidenden nicht zugänglich sei, einfach aus Mangel an Zeit. Diesen klugen Rechnern erwidere ich, dass ihre Rechnung nicht stimmt Ein vernünftig betriebener Sport kostet nicht Zeit, sondern schafft Zeit. Wir wollen garnicht davon spreche»} dass er de» schliesslichen Zusammenbruch verhütet und ,s<> vielleicht, ja wahrscheinlich Monate erzwungener Arbeits-; losigkeit erspart und dem Leben ganze Jahre voller Arbeits; lust und Arbeitskraft zusetzt. Sondern wir sprechen von} einzelnen Tage und dürfen auf Grund sorgfältiger Beobachtung an uns und anderen behaupten, dass ein vemunftgemass betriebener Sport Zeit spart, einfach dadurch, dass er

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